Eine 26-Jährige und ein 27-Jähriger sollen ihren gemeinsamen Sohn nur aus diesem Grund gezeugt haben.
Mönchengladbach. Eine 26-jährige Mönchengladbacherin und ein 27-jährigen Gelsenkirchener müssen sich seit Montag vor dem Landgericht Essen verantworten. Beiden wird unter anderem schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen. Im Juli 2011 sollen sie ihren gemeinsamen – damals fünf Wochen alten – Sohn sexuell missbraucht haben. Laut Staatsanwaltschaft wurde das Kind nur gezeugt, um „über ein Opfer zu verfügen“.
Beide sollen einen Hang zu Gewaltspielen bis ins Sadomasochistische haben. So sollen sich die Angeklagten Ende 2009 in einem Internetforum kennengelernt und sich später zu sexuellen Rollenspielen getroffen haben.
Im Juni 2010 habe der Angeklagte der Gladbacherin im Chat mitgeteilt, er hätte Interesse an sexuellem Austausch mit Kindern. Um ihn an sich zu binden und die Beziehung fortzusetzen, habe die 26-Jährige versichert, sie sei Mutter eines zehn Monate alten Säuglings. Mehrfach habe sie dem Angeklagten angeboten, sexuelle Übergriffe auf das vermeidliche Kind zuzulassen. Sie habe aber fortwährend Ausreden gefunden, dem Angeklagten das erfundene Kind vorzuenthalten.
Nach gemeinsamer Planung sei die Frau dann im Herbst 2010 vom Angeklagten schwanger geworden. Im Juni 2011 kam der Sohn zur Welt. Als das Kind fünf Wochen alt war, habe sie mit dem Säugling den Angeklagten zu Hause besucht. Dabei soll der 27-Jährige – mit ihr abgesprochen – den Säugling sexuell missbraucht und ein Foto von dem Übergriff gemacht haben. Dieses Foto habe er kurz darauf einer weiteren Sexualpartnerin geschickt, um ihr zu imponieren.
In der Wohnung des Angeklagten wurden zahlreiche Fotos mit tier-, kinder- und gewaltpornographischen Inhalten gefunden. Der Säugling befindet sich in Obhut des Jugendamts. Die Angeklagten haben sich nicht geäußert. Während der Vater in Untersuchungshaft sitzt, befindet sich die Mutter auf freiem Fuß. Der Prozess geht morgen weiter. jn/dpa
Der Angeklagte soll schon früher seine Schwester im Haus seiner Eltern sexuell missbraucht haben. Davon habe er teilweise Fotos gemacht, auf denen er die Taten festhielt. Das Mädchen soll zu Beginn der Übergriffe zehn Jahre alt gewesen sein.




