Eine plötzliche Krankheit hat Anke Hillrichs an ihre Grenzen gebracht. Ihr Wille und ihre positive Einstellung lassen sie jetzt wieder Pläne schmieden.

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Großbild Jörg Knappe

Lange konnte sich Anke Hillrichs kaum bewegen. Jetzt kann sie mit Mieke Gassi gehen.

Mönchengladbach. „Bei Zöliakie braucht man doch nur anders zu essen.“ Diesen Satz hat Anke Hillrichs nicht nur einmal zu hören bekommen und kann heute nur den Kopf schütteln. Denn die Autoimmunerkrankung, die auf einer Gluten-Unverträglichkeit beruht und damit die Nährstoffaufnahme des Körpers über den Darm behindert, hätte die 52-Jährige beinahe das Leben gekostet.

Die Gladbacherin litt unter schlimmen Magenkrämpfen

Angefangen hatte alles mit ein paar Magen- und Darmbeschwerden. Doch als die Mönchengladbacherin im Jahr 2008 innerhalb weniger Wochen 20 Kilo Gewicht verlor und unter ständigen Magenkrämpfen und extremen Durchfällen litt, war klar: Es muss etwas passieren. Sie wandte sich an verschiedene Ärzte, doch niemand konnte die Beschwerden zuordnen.

Wochen vergingen und Anke Hillrichs verlor wichtige Zeit. Denn neben der lebensbedrohlichen körperlichen Lage, nahm vor allem ihre geistige Schwäche zu. „Es fühlte sich an wie Alzheimer“, erklärt die 52-Jährige. „Ich konnte mir nichts mehr merken, habe Dinge nach wenigen Minuten wieder vergessen“, blickt sie zurück. Ihr Körper und so auch ihr Gehirn hätten aufgrund des starken Nährstoffmangels und der extremen Unterernährung nicht mehr arbeiten können.

Zu diesem Zeitpunkt wog sie nur noch knapp 50 Kilogramm, konnte ihrem Beruf als medizinische Fachangestellte nicht mehr nachgehen und wurde zum Pflegefall. „Ich war so schwach, dass alltägliche Dinge wie Duschen oder Einkaufen im Supermarkt zu unüberwindbaren Hürden geworden waren.“

„Ich wusste, wenn ich liegenbleibe, stehe ich nie wieder auf.“

Anke Hillrichs, Zöliakie-Kranke

Nachbarn, Freunde und Familie unterstützen sie in dieser schwierigen Situation. Doch die größte Hilfe ist ihr unbändiger Wille, nicht aufzugeben. „Ich habe mich jeden Tag gezwungen aufzustehen und wenige Schritte vor die Tür zu gehen“, erzählt sie. „Ich wusste, wenn ich liegenbleibe, stehe ich irgendwann nicht mehr auf.“

Nach unzähligen Untersuchungen, Tests und frustrierenden Fehldiagnosen erfährt sie über Umwege von einem Spezialisten in Krefeld. Schnell stellt er fest: Hillrichs leidet an einer besonders schweren Form der Zöliakie. Endlich hat sie eine Ursache für ihre Beschwerden und kann handeln. Sie stellte ihre Ernährung auf glutenfreie Kost um und verzichtet seitdem auf alle Produkte, die Spuren von Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste oder Hafer enthalten. Bei Nudeln, Mehl oder Brot muss sie auf Spezialprodukte zurückgreifen. „Doch davon lasse ich mich nicht ausbremsen“, sagt die 52-Jährige selbstbewusst.

Ihr Zustand hat sich nach mehr als zwei Jahren Krankheit stabilisiert, und Hillrichs geht heute gestärkt und optimistisch mit ihrer Situation um. „Ich habe gelernt, dass kein Problem so groß sein kann, dass ich es nicht lösen kann.“

Und so will sie auch das kommende Jahr voller Tatendrang angehen. „Ich werde mein Haus renovieren. Denn durch die Erkrankung ist hier doch viel liegengeblieben.“ Außerdem ist eine Ausstellung ihrer Öl- und Bleistiftarbeiten in ihrer Heimat in Norddeutschland geplant.

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