Es hagelt Kritik. Verantwortliche sind rat-, aber nicht sprachlos.

Die Aachener Straße in Richtung Autobahn am späten Dienstagabend. Das Autoblech knubbelt sich auch hier und bis nach Mitternacht. Polizeibeamte wurde von Pkw-Fahrern im Stau bespuckt und beschimpft.
Die Aachener Straße in Richtung Autobahn am späten Dienstagabend. Das Autoblech knubbelt sich auch hier und bis nach Mitternacht. Polizeibeamte wurde von Pkw-Fahrern im Stau bespuckt und beschimpft.

Die Aachener Straße in Richtung Autobahn am späten Dienstagabend. Das Autoblech knubbelt sich auch hier und bis nach Mitternacht. Polizeibeamte wurde von Pkw-Fahrern im Stau bespuckt und beschimpft.

Hans-Peter Reichartz

Die Aachener Straße in Richtung Autobahn am späten Dienstagabend. Das Autoblech knubbelt sich auch hier und bis nach Mitternacht. Polizeibeamte wurde von Pkw-Fahrern im Stau bespuckt und beschimpft.

Mönchengladbach. Super Spiel, tolle Stimmung – doch das wird überlagert von dem Verkehrschaos vor, vor allem aber nach dem Spiel der deutschen und französischen Damen im Borussia-Park.

Staus und zähflüssiger Verkehr nicht nur auf der Aachener Straße und der Autobahn bis mindestens 0.30 Uhr, Polizisten, die von Wartenden bespuckt und beschimpft wurden, schwitzende Lenker von Abschlepp-Fahrzeugen, schimpfende Anwohner, die zugeparkt wurden oder fluchende Fahrer im blechernen Meer. Die Negativ-Liste ließe sich verlängern.

80 Prozent der Besucher kamen mit dem Pkw

Stadt und Polizei wiegeln ab: Das eigentliche Problem war, dass mehr als 80 Prozent der über 45 000 Besucher mit dem Auto anreisten und sich vielfach nicht auskannten. Viele seien auch zu spät angereist wie ein Frauenfußball-Fan aus einem Ort, der 185 Kilometer von Gladbabch entfernt liegt. Er sei um 17 Uhr Richtung Nordpark losgefahren, sagt er. Und ärgerte sich dann, dass er keinen Parkplatz mehr fand und sprichwörtlich im Blech stecken blieb.

Die Stellflächen der PPG-Gesellschaft – gut 10 000 – waren bereits um 20.25 Uhr überfüllt. Und immer wieder rollten Suchende heran. „Hier begann das eigentliche Problem“, sagt ein Polizeisprecher. Zigtausende Verkehrsteilnehmer parkten daraufhin „die Honschaften“ (ob Ohler, Dorthausen usw.) oder die Hauptverkehrsachsen (Zubringer zu Parkplätzen, Stadion) zu. Folge: aus vier wurden nur noch zwei Spuren. Das wiederum habe nach dem Abpfiff „massiv den Abfluss der vielen Autos blockiert“.

Chaos auch Thema im Krisenstab

„Noch nie“, sagt Willy Theveßen von der Polizei, „sind so viele mit dem Privatauto zu einem Spiel in den Borussia-Park gekommen.“ Lediglich 2200 Menschen reisten mit der Bahn an, knapp 14 000 ließen sich im Bus-Shuttle der NVV zum besten Vorrunden-Spiel von Lira & Co. bringen.

Statt Freude übers Spiel Frust bei zig Besuchern. Sie wählten die „110“ und wollten von den hilflos gewordenen Polizisten wissen, wie sie schnell nach Hause kommen. Das Dilemma nach Spielende war auch Thema im WM-Krisenstab mit rund 40 Leuten von Stadt, Hilfsorganisationen, Feuerwehr usw. Er ist nach dem schrecklichen Ende der Duisburger Loveparade vorgeschrieben, um im Bedarfsfall möglichst schnell Hilfe anbieten zu können.

Am Mittwochmittag trafen sich Verantwortliche mit Vertretern des DFB und der Fifa. Thema auch hier: Die Verkehrsprobleme. Gerade der DFB hatte die Stadt und Borussia ermahnt: Weil es nach dem Länderspiel Deutschland -Wales 2008 zu ähnlichen Straßenszenen kam wie am Dienstagabend, müsse die Kommune etwas tun. Sonst könne in Gladbach kein Länderspiel mehr stattfinden.

Das droht der Stadt bzw. Borussia jetzt. Vom Frankfurter Fußballverband gibt es zur aktuellen Situation aber keine offizielle Stellungnahme.

Vor der WM hatte die Stadt eine neue Trasse von der Aachener Straße in den Nordpark freigegeben. Passierbar ist auch die von der neuen Straße abzweigende Stichstraße, die parallel zur Aachener Straße verläuft.

Die beiden Straßen sind wegen des künftigen großen Gewerbegebiets gebaut worden, das im östlichen Nordpark entstehen soll, die WZ berichtete. Neu ist ein relativ modernes Parkleitsystem unter anderem mit Tafeln, die zeigen, ob noch Flächen frei sind. Stadt und Land gaben hierfür mehr als 700 000 Euro aus.

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