Beim Girls’ Day konnten Mädchen gestern auch einen Einblick in die Arbeit der Feuerwehr bekommen.

Linda Hürckmans wurde mit einer Atemschutzausrüstung eingekleidet und stellte fest, wie schwer sie ist.
Linda Hürckmans wurde mit einer Atemschutzausrüstung eingekleidet und stellte fest, wie schwer sie ist.

Linda Hürckmans wurde mit einer Atemschutzausrüstung eingekleidet und stellte fest, wie schwer sie ist.

Linda Hürckmans wurde mit einer Atemschutzausrüstung eingekleidet und stellte fest, wie schwer sie ist.

Mönchengladbach. Eigentlich bringt Linda Hürckmans gute Voraussetzungen mit, um sich bei der Feuerwehr zu bewerben. Ganz selbstbewusst nimmt sie das Angebot von Hauptbrandmeister Jürgen Blankertz an und probiert einmal echtes Feuerwehr-Feeling aus.

Eine vollständige Einsatzmontur mit Axt und Sauerstoffgerät wiegt bis zu 20 Kilogramm. Die Neuntklässlerin vom Wegberger Maximilian-Kolbe-Gymnasium schafft es immerhin, in der schweren Arbeitskleidung einige Meter zu laufen.

"Das war cool", sagt die 15-Jährige nach der Anprobe. Dennoch: Linda weiß nicht, ob sie sich eine Ausbildung bei der Brandbekämpfung vorstellen könnte. Erfahrungsgemäß sei das "Interesse der Mädchen für die Feuerwehr nicht so groß", sagt Frank Nießen, Sprecher der Mönchengladbacher Feuerwehr. Zu den 280 hauptberuflichen Feuerwehrleuten in Mönchengladbach gehören nur drei Frauen.

Aus diesem Grund ist der Besuch auf der Feuerwache ein Schwerpunkt, den die Gleichstellungsstelle und das Personalamt der Stadt beim diesjährigen bundesweiten Girls’ Day anbot. "Ziel des Aktionstags ist es, Mädchen sogenannte typische Männerberufe näher zu bringen", sagt Brigitte Brouns von der Gleichstellungsstelle.

48 Jugendliche machten mit. Die 25 Mädchen, die zur Rheydter Feuerwache gekommen sind, haben an diesem Morgen bereits einen Besuch in der Abteilung EDV und beim Hochbau hinter sich und dürfen jetzt hinter die Kulissen des Feuerwehrdienstes blicken.

Auch wenn "Frauen bei der Feuerwehr meistens allein unter Männern sind" sieht Anja Wulf doch einige Vorteile, die sie gegenüber ihren männlichen Kollegen hat: "Wir sind meist kleiner und schmaler." Wenn es beim Einsatz einmal eng wurde, habe ihr dies bei so mancher Rettungsaktion genutzt, erzählt die 37-jährige Mönchengladbacher Feuerwehrfrau den Mädchen.

Dass die Feuerwehr nicht nur etwas "für große starke Jungs ist", hat auch Monika Grube erfahren. Seit einem Jahr ist die 28-Jährige ausgebildete Feuerwehrfrau: "Der Job ist für jedes Mädel machbar", sagt die Beste ihres Lehrgangs.

Frank Nießen hat schon häufiger festgestellt, dass Frauen im Feuerwehrjob oft ehrgeiziger sind als die Männer. Beste Voraussetzung für einen schnellen Aufstieg. "Mut und Selbstbewusstsein" müsse der Nachwuchs für den Feuerwehrberuf mitbringen, sagt er zu den Voraussetzungen.

So wie Isabella Imkamp vom Maximilian-Kolbe-Gymnasium. Furchtlos steigt sie auf die Plattform der Drehleiter des Feuerwehrwagens, um in 27 Meter Höhe über Mönchengladbach zu schweben: "Leuten helfen zu können, alles wieder in Ordnung zu bringen, damit es den Menschen besser geht", das gefällt der Neuntklässlerin.

Auch Franziska Vieten von der Realschule Wickrath hat keine Berührungsängste und findet den Feuerwehrjob "viel abwechslungsreicher" als Büroarbeit.

Für Frank Nießen ein gutes Zeichen: "Vielleicht ist die Akzeptanz bei den Mädchen irgendwann ebenso groß, wie es bereits bei der Polizei der Fall ist."

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