Für einige verlassene Wohnflächen dürfte es gute Preise geben. Denn sie liegen mitten im teuersten Viertel.

Die alten Soldatenhäuser an der Peter-Nonnenmühlen-Allee stehen schon lange leer.
Die alten Soldatenhäuser an der Peter-Nonnenmühlen-Allee stehen schon lange leer.

Die alten Soldatenhäuser an der Peter-Nonnenmühlen-Allee stehen schon lange leer.

Jörg Knappe

Die alten Soldatenhäuser an der Peter-Nonnenmühlen-Allee stehen schon lange leer.

Mönchengladbach. Während sich noch keine Lösung für das zunehmend verlassenere Joint Headquarter (JHQ) in Rheindahlen abzeichnet, macht ein Dutzend Reihenhäuschen im Bereich Bunter Garten auf dem Immobilienmarkt einiges her.

Die ehemals von britischen Soldaten bewohnten kleinen weißen Gebäude u.a. an der Peter-Nonnenmühlen-Allee gehören mittlerweile einem niederländischen Investor.

Hochtief soll an den alten Reihenhäusern interessiert sein

Nach Informationen der Westdeutschen Zeitung ist jetzt das Unternehmen Hochtief an dem bebauten Grundstück interessiert. Allerdings nicht, um – wie etwa an der Marienberger Straße von Investoren vollzogen – die vor Jahrzehnten in Schnellbauweise entstandenen Häuser zu modernisieren und vermarkten.

Mit einem Grundstück am Bunten Garten lässt sich schließlich deutlich mehr verdienen, wenn hochwertig neu gebaut wird. Das Viertel um Gladbachs größten Park ist die teuerste Wohngegend der Stadt. Die Immobilienpreise schießen seit Jahren in die Höhe.

So leicht wie hier wird es an anderer Stelle in Mönchengladbach nicht sein, die Wohnhäuser der Soldaten der britischen Rheinarmee und ihrer Familien zu vermarkten. Der Großteil ist weiter im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA).

Die Behörde muss durch den Abzug der Briten bundesweit 9000 Hektar Militärgelände und die entsprechenden Bebauungen an den Mann bringen oder eine andere Nutzungsmöglichkeit finden.

Für Mönchengladbach gibt es wiederholt Werkstattgespräche mit Vertretern von Stadt und Politik. „Das ist eine Herausforderung. Das sind Prozesse, die nicht in zwei oder drei Jahren entschieden sind“, sagte Oberbürgermeister Nobert Bude bei einer öffentlichen Podiumsrunde auf der Immobilienmesse Expo Real in München.

Er verwies beim Thema Konversion, was so viel wie Umwendung oder Umkehr heißt, auf „ein gutes und ein schlechtes Beispiel in Mönchengladbach“. Für die Niederrhein-Kaserne habe die BImA bisher „keine zündende Idee“ gehabt.

Im Gegensatz dazu sei der Nordpark, in dem „die Borussia gerade um die Deutsche Meisterschaft kämpft“, wie Bude sagt, ein Erfolgsmodell. Dort gehen zum Ende des Jahres weitere 260 000 Quadratmeter unter dem Slogan „Nordpark 2.0“ in die Vermarktung.

Auf der Fläche des Businessparks II sollen, so die Stadt und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, „hochwertige Gewerbebauten und architektonisch anspruchsvolle Bürohäuser“ entstehen.

An der Lilienthalstraße würde die Stadt gerne kaufen

Außerdem würde die Stadt gerne die Soldatenhäuser an der Lilienthalstraße zwischen dem Borussen-Stadion und der A 61 von der BImA erwerben, um die Ansiedlung weiteren Gewerbes zu ermöglichen. Würde die BImA auch nur eines der Häuser verkaufen, hätte es Bestandsschutz.

Die Gewerbeflächen in Mönchengladbach werden knapp. Vor allem für Logistik-Firmen – hier soll es weitere eine große Nachfrage geben – geht der Platz aus. Das Gewerbegebiet Regiopark ist bald voll. Und das JHQ wäre für Logistiker nach Ansicht von Wirtschafts-Experten nicht gut genug an die Autobahnen angebunden beziehungsweise der Verkehr würde die Anwohner stark belasten.

Denkbar wäre, dort Teile als Energiepark zu nutzen sowie die bei andernorts laufenden Bauprojekten gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichsflächen auszuweisen.

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