Von Stephan Esser
Seit 22 Jahren wartet Borussia auf einen Heimerfolg gegen Bayer. Tore von Budde und Hochstätter.
Mönchengladbach. Für die Stuttgarter Kickers und Hannover 96 reicht es nicht in der Bundesliga. Platz 17 und 18 am Saisonende – runter in die 2. Liga. Von einer Rückpass-Regel zum Torhüter ahnt niemand etwas. Auch vom passiven Abseits nicht.
Es ist vor allem eine Zeit, in der die Fans von Borussia Mönchengladbach den Gast aus Leverkusen am Bökelberg noch gerne sehen. Weil Gladbach siegt. Über 22 Jahre ist das jetzt her.
Wolf Werner, der sich gerade mit Fortuna Düsseldorf als Manager aufmacht, in die Bundesliga aufzusteigen, war damals Gladbachs Trainer. Christian Hochstätter und Christoph Budde erzielten die Tore gegen Rüdiger Vollborn, der heute die Torhüter bei Bayer trainiert. 2:0 gewann Gladbach gegen Leverkusen am 25. Februar 1989. Es war – man ahnt es – der letzte Sieg der Borussen in einem Heimspiel in der Bundesliga gegen Leverkusen.
Eberl: Immerhin spielen wir gegen den Vizemeister
Entsprechend zurückhaltend bewertet Gladbachs Manager Max Eberl die Chancen auf ein Ende dieses Heimfluches. „Wir wollen mal gucken, was möglich ist. Immerhin spielen wir gegen den Vizemeister.“
Nicht viel deutet allerdings darauf hin, dass das Treffen der beiden Klubs ein Offensiv-Festival werden sollte. Gladbach und Leverkusen sind die beiden Klubs aus der oberen Tabellenhäfte mit der schwächsten Offensive. Gladbach erzielte neun Treffer, Leverkusen zehn. Das verwundert vor allem bei den Leverkusenern, deren Offensiv-Potenzial gemeinhin zu den Top fünf der Liga zählt.
Manager Rudi Völler stellt deshalb auch ernüchtert fest: „Gemessen an unserer Qualität, haben wir zu wenige Tore erzielt.“ Im Vorjahr waren es nach acht Spieltagen immerhin acht mehr – 18. Fraglich bei Leverkusen ist der Einsatz von Torhüter Bernd Leno, der sich im Training den kleinen Finger der linken Hand ausgekugelt hat.
Favre wartet auf die Rückkehr von Juan Arango
Gladbachs Trainer Lucien Favre ist mit der Fülle der erspielten Torchancen zufrieden. Nicht jedoch mit dem Ertrag. „Das muss man im Training immer und immer wieder üben. Dann kommt das Vertrauen und irgendwann trifft man dann“, sagte Favre.
Er muss Stürmer Igor de Camargo mit einem Teilabriss des Innenbandes im Knie ersetzen. Patrick Herrmann ist die erste Option. Jung-Nationalspieler Marco Reus würde dann in den Sturm rücken.
Sehnsüchtig warten sie in Gladbach dafür auf die Heimkehr von Juan Arango. Nach dem 1:0 von Venezuela gegen Argentinien konnte der Mittelfeldspieler nicht wie geplant zurückfliegen, wird daher am Freitag im Borussia-Park erwartet.




