Von Achim Müller
Einen Tag nach dem 1:0 gegen die Teufel geht es im Borussia-Park gut gelaunt weiter.
Juan Arango schoss die Borussia mit einem fulminanten Volley zum 1:0-Sieg gegen den FCK.
Mönchengladbach. Dieser Heimsieg hatte Kraft gekostet. Am Tag nach dem 1:0 (0:0)-Triumph gegen den 1. FC Kaiserslautern spulten die Bundesliga-Profis der Gladbacher Borussia das Auslauf-Programm zwar routiniert und gut gelaunt runter. Der packende Kampf mit den Roten Teufeln steckte den Jungs von Cheftrainer Lucien Favre jedoch noch in den Knochen.
„Das Wetter hat uns wirklich zu schaffen gemacht. Die Hitze, vor allem die Luftfeuchtigkeit, waren unerträglich“, gestand Thorben Marx, der als Staubsauger vor der Abwehr viele Kilometer abgespult und später über Wadenkrämpfe geklagt hatte. „Ich habe sehr viel Flüssigkeit verloren, es geht aber wieder“, so der Mittelfeldspieler.
Dante lässt den Abend im Sportstudio ausklingen
Auch Innenverteidiger und Fan-Liebling Dante wollte nach dem Auslaufen so schnell wie möglich nach Hause zur Familie – „schlafen und etwas ausruhen“. Der Brasilianer hatte im Anschluss an den Arbeitssieg gegen den FCK einen wahren Interview-Marathon zu absolvieren, war dann nach Mainz zum TV-Auftritt im „aktuellen sportstudio“ gedüst und erst gegen 2.30 Uhr in der Nacht nach Gladbach zurückgekehrt. „Es hat alles gut geklappt. Das war eine schöne Erfahrung und hat großen Spaß gemacht“, schilderte Dante seine Eindrücke. „Man glaubt gar nicht, wie schwer es ist, in diesem Studio auf die Torwand zu schießen. Im Fernsehen sieht das so einfach aus.“
Natürlich sei es sehr hilfreich gewesen, mit drei Punkten im Gepäck vor einem Millionen-Publikum aufzutreten. Dass Dante nicht nur im Gespräch mit Katrin Müller-Hohenstein zu überzeugen wusste, sondern auch an der Torwand mit zwei Treffern eine gute Figur machte, verfolgten viele seiner Team-Kollegen live am Fernseher. „Kompliment, dass hat er richtig gut gemacht. Solche Auftritte sind nicht einfach für einen ausländischen Spieler“, so Igor de Camargo.
Jungstar Marc-André ter Stegen, den Dante am Samstag schon als kommenden Nationaltorhüter ankündigte, war das überschwängliche Lob seines Abwehrchefs fast schon unangenehm. „Ich habe nur meinen Job gemacht“, sagte der 19-Jährige und spielte damit auf die 62. Minute in der Partie gegen den FCK an. Da hatte ter Stegen mit einer überragenden Parade einen tollen Fallrückzieher von Lauterns Tiffert aus dem Winkel gefischt und so die drei Punkte für Borussia festgehalten.
Wir haben zehn Punkte, mehr nicht. Wir müssen weiter hart arbeiten und um jeden Punkt kämpfen. Aber bislang hat es meine Mannschaft sehr gut gemacht.
Es freut mich natürlich, dass mir meine erste Torvorlage in der Bundesliga gelungen ist. Aber ehrlich gesagt, wurde es auch langsam Zeit, dass eine Flanke von mir einen Abnehmer findet. Wie Juan den Ball reinmacht, ist natürlich super stark.
Uns war klar, dass es ein hartes Stück Arbeit werden wird. Wir haben aber letztlich mehr Druck gemacht und verdient gewonnen. Natürlich war das keine Leistung wie gegen Wolfsburg, aber das kann ja auch nicht immer so sein. Dass wir in der Tabelle jetzt so weit oben stehen, ist natürlich schön für unsere Fans, aber das sagt noch nichts aus. Die Saison ist noch sehr lang. Es ist wichtig, dass wir nach fünf Spielen zehn Punkte haben.
Ich war mit meiner Leistung nicht zufrieden. Mir sind zu viele Fehlpässe unterlaufen, das war ärgerlich. Letztlich zählt aber nur, dass wir 1:0 gewonnen haben. Dennoch müssen wir auch über die Fehler reden. Wir sind nicht immer ruhig geblieben, wir haben zu oft zu schnell den Weg nach vorne gesucht, statt sichere Pässe zu spielen.
Zuvor hatte Linksfuß Juan Arango (58.) mit einem fulminanten Volley-Schuss zum 1:0 das Pfälzer Defensiv-Bollwerk geknackt und die VfL-Fans unter den über 52 000 Zuschauern im Borussia-Park erlöst. Marco Reus schwärmte gestern noch: „Juan ist ein Mann mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, ich freue mich einfach, mit ihm zusammenzuspielen.“
Dass der Höhenflug der Fohlen noch länger anhält, davon ist Reus überzeugt. „Wir haben einen super Charakter in der Mannschaft. Natürlich macht es, so wie Dante im Sport-Studio gesagt hat, mehr Spaß, wenn man Erfolg hat. Wir wollen, dass es so bleibt, deshalb müssen wir weiter hart arbeiten.“




