Mit 0:1 unterliegen die Gladbacher auf Schalke. Raul erzielte das Tor.

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VfL-Stürmer Mike Hanke (Mitte) sorgte zwar ständig für Unruhe, einen Treffer erzielte er aber nicht.

Gelsenkirchen. Mit hängenden Köpfen schlichen die Borussen-Profis nach dem Duschen durch die Katakomben der Arena Richtung Mannschaftsbus. Der Frust und Ärger über die 0:1 (0:0)-Pleite beim FC Schalke 04 war rund eine Stunde nach dem Abpfiff noch längst nicht verflogen. 135 Tage nach der letzten Pflichtspiel-Niederlage (0:1 in Mainz) musste sich die Elf vom Niederrhein den überaus aggressiv und mit viel Tempo aufspielenden Hausherren geschlagen geben.

„Hier war mehr drin gewesen für uns“, sagte Innenverteidiger Roel Brouwers, „wir haben ein gutes Spiel abgeliefert, hatten auch unsere Chancen. Ich denke, wir hätten einen Punkt verdient gehabt. Jetzt stehen wir mit leeren Händen da.“

Bei einem schnell ausgeführten Freistoß passt der VfL nicht auf

Es war mal wieder Schalkes spanischer Superstar Raúl, der einer schwungvollen und zeitweise packenden Partie den entscheidenden Stempel aufdrückte. Nach einem Freistoß von Farfan schlug der Stürmer, den sie in Gelsenkirchen ehrfurchtsvoll „Senor“ nennen, in seiner typischen Art zu.

Zweimal konnte Borussias junger Torhüter Marc-André ter Stegen zunächst gegen den am langen Pfosten lauernden Raul retten, im 3. Anlauf drückte der „Senor“ (64.) die Kugel dann doch noch über die Linie. Die Schalke-Fans unter den 61 673 Zuschauern in der ausverkauften Arena waren völlig aus dem Häuschen, die Knappen hatten sich auf Platz zwei und vor Erzrivale Borussia Dortmund geschoben. „Der Freistoß war schnell ausgeführt, da haben wir nicht richtig aufgepasst, es war ein wenig Unordnung bei uns. Das darf nicht passieren“, so Brouwers.

Es war allerdings nicht nur diese eine Unachtsamkeit, die den Versuch der Fohlen, die sensationelle Tabellenführung irgendwie zu verteidigen, scheitern ließ. Zwar hatten sich die Borussen ihrerseits durch Arango (8.) oder Hanke (71.) gute Chancen herausgespielt, doch Schalke dominierte meist im Mittelfeld, eroberte viele Bälle. „Wir haben insgesamt zu viele Chancen zugelassen“, sagte Mike Hanke. Von einem Dämpfer wollte der Borussen-Stürmer allerdings nichts wissen. „Wir haben alles gegeben. Ich denke, wir haben gezeigt, dass wir auch eine gute Mannschaft haben.“

Trainer Lucien Favre kritisierte die vielen Ballverluste

Fährmann – Uchida, Höwedes, Matip, Fuchs – Papadopoulos, Holtby (82. Höger) – Farfan (90. Baumjohann), Raul, Draxler (86.Marica) – Huntelaar
 

ter Stegen – Jantschke, Brouwers, Dante, Daems – Neustädter, Nordtveit (81. Rupp) – Reus, Arango – Hanke (73. Leckie), Bobadilla (67. de Camargo)
 

Tore: 1:0 Raul (64.)

Gelbe Karte: Fuchs, Höwedes - Jantschke, Bobadilla

Zuschauer: 61673

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)

Lucien Favre:

Schalke hat verdient gewonnen. Wir haben nicht schlecht gespielt, hatten aber zu viele unnötige Ballverluste. Das technische Tempo war dadurch manchmal zu hoch für uns. Zudem konnte Schalke wegen unserer vielen Fehler sehr offensiv spielen. Aber obwohl wir zu kompliziert gespielt haben, hatten wir auch unsere Gelegenheiten, aber es hat dann immer der letzte Pass gefehlt.

Ralf Rangnick:

 

Mit der Art und Weise wie wir heute gespielt haben, bin ich mindestens so zufrieden, wie mit dem Ergebnis. In der Defensive und gegen den Ball war das mit Abstand das beste Spiel, das wir in dieser Saison gezeigt haben. Wir hatten großen Respekt vor Borussia. Hut ab, wie sie mittlerweile Fußballspielen und versuchen, jede Situation fußballerisch zu lösen. Wir wussten, dass es schwierig wird, daher freuen wir uns umso mehr über die drei Punkte.

 

Sah Lucien Favre ähnlich. „Wir haben nicht schlecht gespielt, aber zu viele Ballverluste gehabt. Wir haben noch viel zu tun haben.“ Mit sieben Punkten aus vier Spielen und Tabellenplatz fünf geht seine Mannschaft, die letzte Saison in letzter Sekunde den Abstieg verhindern konnte, nun in die zweiwöchige Länderspielpause.

Nach dem heutigen Auslaufen haben die Gladbacher drei Tage frei – Zeit also für Marc-André ter Stegen, seine Wadenverletzung auszukurieren.

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