Von Achim Müller
Tony Jantschke und Michael Fink rutschten gegen Hoffenheim in die Startelf von Borussia Mönchengladbach.
Tony Jantschke (l.) und Michael Fink (r.) waren zwei von vier neuen Spielern in der Startelf von Borussia Mönchengladbach.
Mönchengladbach. Im Rampenlicht der Medien fühlt sich Tony Jantschke ein wenig unwohl. Der dynamische Defensiv-Spezialist fällt lieber durch Leistung statt mit großen Reden auf. So wie beim 2:0-Triumph der Gladbacher Borussia gegen 1899 Hoffenheim. Da war der 20-Jährige erstmals in dieser Spielzeit in Borussias Startelf gerutscht und lieferte als rechter Verteidiger eine solide Vorstellung ab.
Jantschke rackerte viel, überzeugte in der Abwehr und traute sich einiges in der Vorwärtsbewegung zu. Kurzum: Trainer Lucien Favre wird in seiner Spielanalyse kaum Gründe finden, die dafür sprechen, Jantschke gleich wieder aus der Mannschaft zu nehmen. „Ich habe erst drei Stunden vor dem Spiel gegen Hoffenheim erfahren, dass ich spiele“, sagte Jantschke. Sein Kumpel und Vize-Kapitän Tobias Levels musste dafür auf der Ersatzbank Platz nehmen. „Ich hoffe, das belastet nicht unsere Freundschaft. Ich glaube nicht, dass Tobi mich deshalb hassen wird“, sagte Jantschke nach dem Auslaufen gestern.
Dass Favre ihm das Vertrauen in solch einem wichtigen Spiel schenkte, dafür hat der Jungspund in den vergangenen Wochen sehr hart gearbeitet. Es galt, den Trainingsrückstand nach seinem Mittelfußbruch aufzuholen. „Gerade für einen jungen Spieler ist das keine leichte Situation. Ich habe bei meiner ersten Verletzung fast vier Monate aussetzen müssen. Es hat mir sehr geholfen, dass der Verein mir immer das Gefühl gegeben hat, dass man weiter auf mich baut.“
Der U 21-Nationalspieler weiß, dass im Fußball-Geschäft alles schnell gehen kann, lässt sich daher zu Forderungen nach weiteren Einsatzzeiten gar nicht erst hinreißen. „Wichtig ist, dass ich gut trainiere. Dann hast du immer Chancen. Alles andere wird man sehen.“
Michael Fink durfte erstmals im Borussia-Park von Anfang an ran
Neben Jantschke wusste gegen Hoffenheim in Michael Fink ein weiterer Heim-Debütant zu gefallen. Die 29 Jahre alte Leihgabe von Besiktas Istanbul durfte erstmals zu Hause über 90 Minuten ran, bildete zusammen mit Thorben Marx und Roman Neustädter im Mittelfeld ein schlagkräftiges Trio. „Das hat gut geklappt mit den beiden, aber auch mit Juan Arango. Wir waren aggressiv, haben viele Bälle erobert und die Zweikämpfe gewonnen. Das war entscheidend“, so Fink.
„Das Team hat clever gespielt. Sie hat die richtige Balance zwischen Defensive und Offensive gefunden. Bei Balleroberung waren wir stärker als in Wolfsburg. Jeder kann die Tabelle lesen, wir sind immer noch Letzter. Es ist und bleibt für uns ein sehr schweres Unterfangen – aber es ist möglich.“
„Meine Mannschaft hat heute total enttäuscht und keinen Punkt verdient gehabt. Mönchengladbach war zu jeder Zeit die bessere Mannschaft. Es war klar, dass diese Partie über die Zweikämpfe entschieden wird. Wir haben heute aber kämpferisch und spielerisch enttäuscht.“
Schon wenige Minuten nach dem Schlusspfiff hatte Fink den nächsten Abstiegsgipfel bei Werder Bremen im Kopf: „Bislang haben wir nach solch einem Erfolg immer gleich wieder einen Rückschlag erlitten. Es gilt, dies zu vermeiden, das darf in Bremen nicht passieren. Vielleicht haben wir ja eine kleine Überraschung für sie bereit. Bei unserem Trainer weiß man nie.“




