Von Achim Müller
Borussia Mönchengladbach hat alle Stars gehalten. Im Pokal in Regensburg gibt es einen ersten Hinweis, ob die Rechnung aufgeht.
Mönchengladbach. Ihre Ziele haben die Macher bei Borussia Mönchengladbach rasch und bescheiden formuliert. „Wir wollen nicht noch einmal so eine Saison erleben wie die letzte“, sagt Präsident Rolf Königs. „Niemand soll von etwas Utopischem träumen“, sagt Sportdirektor Max Eberl. „Wir wollen so schnell wie möglich die 40 Punkte knacken und uns weiter in der Liga etablieren.“
Um das verwirklichen zu können, haben die Borussen alte Pfade verlassen. In der Vergangenheit wurden in Gladbach oft die besten Spieler für satte Millionen-Ablösen abgegeben. Das spülte zwar frisches Kapital in die durch den Stadionbau gebeutelte Klubkasse, eine kontinuierlich sportliche Entwicklung in Richtung obere Tabellenhälfte blieb jedoch aus. Die Rechnung: Extra-Klasse für gutes Geld abgeben, die Lücke mit neuem Spielermaterial füllen, ging in der Vergangenheit nicht auf.
Stars gehalten: Der Fall Dante gilt im Verein als wegweisend
Diesmal haben sie am Niederrhein das Tafelsilber behalten. Leistungsträger und Publikumslieblinge wie Abwehr-Chef Dante Bonfim oder Jung-Star Marco Reus streifen weiterhin das Trikot mit der Raute auf der Brust über. Gerade der Fall Dante, der noch vor Wochen keinen Hehl daraus gemacht hatte, zu einem großen Klub wechseln zu wollen, gilt als wegweisend. „Da hätte egal wer kommen können. Wir brauchen die beiden“, sagte Königs.
Max Eberl: Borussia steht finanziell nicht schlecht da
Dass die Borussia sich im Gegenzug in Sachen millionenschwere Zugänge bislang zurückgehalten hat, erklärt Sportdirektor Eberl: „Ich kann Reus für 20 Millionen Euro verkaufen, dann habe ich eine Menge Geld – aber dann muss ich diese Qualität erst mal wiederfinden.“ Es sei daher nicht korrekt, zu behaupten, die Borussia sei finanziell klamm, weil man unbekannte Spieler wie den Australier Mathew Leckie oder Yuki Otsu verpflichtet hat. Eberl: „Wir holen nur Nationalspieler, wenn auch zum Teil Jugendnationalspieler. Aber es ist ein Qualitätsmerkmal.“ Zudem verliere man keinen Stammspieler.
Und so läuft die Borussia am Freitag im DFB-Pokal bei Drittligist Jahn Regensburg bis auf Copa-America-Fahrer Juan Arango mit der gleichen Elf auf, die beim letzten Rückrunden-Spurt respektable 26 Punkte einfuhr. „Wir sind auf alles vorbereitet“, sagt Retter-Trainer Lucien Favre. Der Schweizer mahnt mit Blick auf den Liga-Start in einer Woche bei Bayern München auch zur Besonnenheit. „Wir sind letzte Saison nur 16. geworden. Auf uns wartet erneut ein schweres Jahr.“
Alle Spiele der ersten Runde des DFB-Pokals werden im Bezahlsender Sky live gezeigt. ARD und ZDF berichten in Ausschnitten in ihren Sportsendungen und wechseln sich mit jeweils einer Live-Übertragung pro Runde ab. Am Montag beginnt die ARD mit dem Duell zwischen Eintracht Braunschweig und Bayern München (20.30 Uhr/ARD).
413 000 Euro sind Braunschweig durch die Übertragung sicher, dem FC Bayern 309 000 Euro garantiert. In der ersten Runde erhält jede Heimmannschaft 115 000 Euro TV-Geld, die Gäste 5000 Euro weniger. Die Einnahmen steigern sich Runde für Runde, am Ende wird der Pokalsieger mit 8,5 Millionen Euro belohnt.




