Gladbach kann sich am Samstag mit einem Heimsieg in der Spitzengruppe der Liga festsetzen.

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Trainer Lucien Favre (l.) hofft, dass seine „Offensiv-Rakete“ Marco Reus auch gegen Bremen zündet.

Mönchengladbach. Es ist angerichtet: Ein rappelvoller Borussia-Park (54 057 Plätze), seit neun Heimspielen ungeschlagene Fohlen, dazu ein euphorisiertes Umfeld, das durch die jüngste Vertragsverlängerung von Torhüter-Juwel Marc-André ter Stegen noch optimistischer in die Zukunft blickt. Die Fans von Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach dürfen sich am Samstag (15.30 Uhr) im Heimduell gegen Werder Bremen auf ein echtes Spitzenspiel freuen.

Der Vierte empfängt den Dritten – so etwas hat es zwischen beiden Klubs seit 1995 nicht mehr gegeben. „Wir freuen uns, dass wir am Super-Samstag dabei sind“, so VfL-Sportdirektor Max Eberl, „zuerst unsere Partie, im Anschluss trifft Spitzenreiter Bayern München auf Verfolger und Meister Dortmund – das ist eine Konstellation, die wir uns hart erarbeitet haben.“ Mit einem Erfolg gegen Werder könnte Gladbach sich vorerst auf den internationalen Plätzen festsetzen. „Wir wollen punkten, wir wollen so weitermachen wie in den vergangenen Wochen. Wir haben vor keinem Gegner Angst, auch nicht vor Werder Bremen“, sagt Lucien Favre, der als Cheftrainer vor seinem 100. Bundesliga-Spiel steht.

Favre muss nur auf de Camargo und King verzichten, Arango ist dabei

Personell kann der Schweizer mit fast allen Stammkräften planen. Nur Stürmer Igor de Camargo (Innenbandanriss im Knie) und Joshua King (Adduktoren-Probleme) fallen aus, der Venezolaner Juan Arango soll trotz seiner kräftezehrenden Länderspielreise auflaufen können. Favre warnt seine Profis nicht nur vor Bremens Stürmer Claudio Pizarro (11 Tore). „Wir kennen Pizarro und seine Qualitäten – aber sie haben eine Reihe sehr guter Spieler. Die Bremer sind insgesamt offensiv sehr stark.“ Natürlich hat auch Favres Bremer Kollege Thomas Schaaf seine Hausaufgaben gemacht. Dass Borussia in Nationalspieler Marco Reus eine ähnlich gefährliche Offensiv-Waffe wie Werder in Pizarro besitzt, hat sich längst herumgesprochen.

„Er hat eine sehr gute Qualität und sehr auffällige Spiele gezeigt“, spielt Schaaf auf Reus’ jüngste „Doppelpack-Spiele“ gegen Hannover und Berlin an. „Wenn man ihn nicht zur Wirkung kommen lassen will, darf er nicht an den Ball gelangen. Daher müssen wir vorher die Kreise einengen.“ Hochgeschwindigkeits-Dribbler Reus selbst erwartet ein packendes Kräftemessen: „Beide Mannschaften stehen nicht umsonst ganz oben. Ich denke, es wird auf Kleinigkeiten ankommen – und da gilt es, dass wir als Sieger den Platz verlassen.“

Nach der schlechtesten Saison seit 1998/99 ist Bremen in die Spitzengruppe der Bundesliga zurückgekehrt, was vornehmlich an Claudio Pizarro liegt. „Ich glaube nicht, dass es der beste Pizarro aller Zeiten ist, aber es ist im Moment ein sehr guter“, so Pizarro. Ein teuflisch guter. Der 33-jährige Peruaner hat schon elf Tore sowie vier Vorlagen auf seinem Konto und war an 14 der vergangenen 15 Werder-Treffer beteiligt. „Er ist Weltklasse“, sagte sein Trainer Thomas Schaaf, was Pizarro gewohnt schelmisch bewertete. „Wenn der Trainer das sagt, wird es schon stimmen“, so der Anden-Stürmer, der vor zwei Wochen den 1. FC Köln mit einem Dreierpack quasi allein besiegte.

Pizarros Tore sind allerdings auch nötig, denn der Abwehrdeich der Weserstädter hält nicht immer dicht. In den bisherigen zwölf Spielen kassierte Werder neunmal das 0:1.

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