Von Achim Müller
Trainer Lucien Favre sucht in intensiven Gesprächen das „gute Gesicht“ seiner Spieler.
Schwachstellen im Spiel der Borussia: die Außenverteidiger Tobias Levels und Filip Daems (v.l.)
Mönchengladbach. Fußball-Tennis, Radfahren, Regenerationseinheit, Einzelgespräche – den Holzhammer hat Lucien Favre während der Vorbereitung auf das Heimspiel (Samstag, 15.30 Uhr) gegen Angstgegner 1899 Hoffenheim bewusst nicht ausgepackt. Statt die Profis der Gladbacher Borussia nach dem schwachen Auftritt in Wolfsburg (1:2) abzustrafen und täglich stundenlang über den Platz zu scheuchen, hat sich der neue Cheftrainer in den vergangenen Tagen lieber auf eine Art Forschungsreise in die Köpfe seiner Spieler begeben.
Nur eine fulminante Siegesserie kann den Absturz verhindern
In intensiven Gesprächen versuchte Favre herauszufinden, wie man das „gute Gesicht“ der Fohlen, die Leistung beim ersten Heim-Dreier gegen Schalke 04 etwa, auf Dauer konservieren kann. Nur mit einer fulminanten Siegesserie in den noch ausstehenden zehn Saisonspielen lässt sich der Absturz in die zweite Liga verhindern. Über seine Erkenntnisse hüllt sich Favre in Schweigen, viel mehr als ein „es sind Details, Kleinigkeiten, an denen wir arbeiten müssen“ lässt er sich nicht entlocken.
Zu diesen „Details“ dürfte vor allem die Baustelle Außenverteidiger zählen. In der Liga ist es längst ein offenes Geheimnis, dass der VfL Borussia hinten rechts und hinten links Probleme hat. Nicht umsonst bissen die „Wölfe“ in der vergangenen Woche von Anfang an immer wieder in diese Schwachstellen. Bislang scheute Favre sich davor, gewachsene Hierarchien zu durchbrechen und in Tobias Levels (Vize-Kapitän) und Filip Daems (Kapitän) Führungsspieler in Frage zu stellen. Doch denen sitzen mit Tony Jantschke und Jens Wissing zwei junge Spieler im Nacken – auch weil Favre den Jungspunden das Gefühl gibt, gebraucht zu werden. Gut möglich, dass der VfL-Coach schon am Samstag gegen die spielstarken Hoffenheimer an zumindest einer dieser Stellschrauben drehen wird und Jantschke für Levels als rechter Verteidiger in die Startelf rutscht.
„Ich bin bereit, alles andere entscheidet der Trainer“, sagt Jantschke. Der 20-Jährige ist nicht das einzige Talent, das unter Favre auf mehr hoffen darf. Denn sollte die Mission Klassenerhalt scheitern, wird Favre – schon aus finanziellen Gründen – ein neues Team aufbauen müssen. Und der Schweizer ist bekannt dafür, dass er gerne mit jungen, hungrigen Spielern zusammenarbeitet.
Auf der Torhüterposition muss Favre wohl nicht umstellen. Der Belgier Logan Bailly, der zuletzt im Training wegen einer Innenbanddehnung passen musste, war am Freitag beim Abschlusstraining wieder dabei. Dagegen ist der Einsatz von Defensivmann Havard Nordtveit (Grippe) und Stürmer Mike Hanke (Magen-Darm-Virus) fraglich. Das Duo fehlte bei der letzten Trainingseinheit.




