Das Schlusslicht gewinnt 2:0 gegen Hoffenheim und verkürzt den Abstand zum rettenden Ufer.

Borussia Mönchengladbach - TSG 1899 Hoffenheim
Großbild dpa

Der Mönchengladbacher Filip Daems (l) verliert das Kopfballduell gegen den Hoffenheimer Boris Vukcevic.

Mönchengladbach. Der Kapellmeister im schunkelnden Borussia-Park hatte sogar kölsches Liedgut aufgelegt. Die Nordkurve war bereit. Schließlich muss ein 2:0 gegen Hoffenheim doch gefeiert werden. Einzig die Borussen-Profis zeigten sich als Partymuffel – wie vor zwei Wochen nach dem 2:1 gegen Schalke. Ein kurzes Winken, ein Klatschen in Richtung Tribüne. Und ab in die Kabine.

Daems: Brauchen gegen Bremen und Lautern sechs Punkte

Unter dem Trainer Lucien Favre ist eine neue Bescheidenheit eingekehrt am Niederrhein. Statt sich zu lange überschwänglich zu freuen, wird lieber akribisch gearbeitet und immer wieder auch auf die Fehler hingewiesen. „Wir hatten zu viele Ballverluste. Und wir müssen schneller nach vorne spielen, mit ein, zwei Kontakten“, sagte Favre. Wohltuend ist zudem die Realität, mit der die Spieler die Situation analysierten. „Wir brauchen gegen Bremen und Kaiserslautern sechs Punkte. Nur eine Serie hilft uns weiter“, sagte Kapitän Filip Daems mit ernster Miene. Der Torschütze zum 2:0, Igor de Camargo (Foto), meinte: „Wir dürfen ab sofort nur noch an Bremen denken.“

Danach kommt Kaiserslautern und im April warten immerhin Gegner aus der Beletage der Liga: Bayern München, Mainz 05, Borussia Dortmund und Hannover 96. Angesichts der Leidenschaft und der Laufbereitschaft, die die Gladbacher gegen Hoffenheim zeigten, ist bei den Anhängern nach diesem Heimsieg zumindest die Hoffnung geweckt, dass es nicht wieder zu einem Rückschlag kommt wie in Wolfsburg.

Marx, Fink, Neustädter geben dem Mittelfeld Stabilität

Laufbereitschaft, Leidenschaft und Geduld im Spielaufbau waren die Merkmale, mit denen die Gladbacher die Tore durch Filip Daems (65./Foulelfmeter) und Igor de Camargo (71.) entwickelten. Zudem scheint Favre ein passendes taktisches System und das dazu funktionierende Personal dafür gefunden zu haben. Die drei „Sechser“ im Mittelfeld – Thorben Marx, Michael Fink und Roman Neustädter – gaben dem Spiel Stabilität. Das führte dazu, dass die Räume für den Gegner im Mittelfeld sehr eng wurden. Zu keinem Zeitpunkt schafften es die Hoffenheimer, dieses Bollwerk zu knacken.

Hoffenheims Torhüter Tom Starke sprach von „Komfortzone“, in der sich sein Klub befindet. „Uns geht es viel zu gut in Hoffenheim“, sagte Starke und meinte neben den heimeligen Bedingungen im Kraichgau den Tabellenstand von Platz neun mit 33 Punkten. Eine Sorge, die sich die Mönchengladbacher bis zum letzten Spieltag nicht zu machen brauchen.

Leserkommentare