Von Daniel Gonzales
Hat der junge Gladbacher auch die Qualität als potenzieller Reus-Nachfolger?
Belek. Der Abschied von Marco Reus naht. Und trotz aller Wehmut der Fans hat Borussia Mönchengladbach seinen Nachfolger vielleicht schon gefunden. Patrick Herrmann. Der 20-Jährige spielt bereits dort, wo Reus einst seinen Platz hatte. Im rechten Mittelfeld, ehe der wegen des Stürmer-Notstandes in die vorderste Linie rückte. Drei Tore und fünf Vorlagen sind nur der zahlenmäßige Beleg für Gladbachs Shootingstar der Hinrunde. Herrmann taugt als Identifikationsfigur bei den Fans, kommt aus dem Borussia-Internat. Sein Vertrag läuft bis 2014 mit Option für ein weiteres Jahr. „Mit mir kann man rechnen“, verspricht er.
Dabei spielte Herrmann im Sommer noch in den Gedankenspielen von Lucien Favre keine sonderlich große Rolle. Die katastrophale Hinrunde, in der er regelmäßig von Beginn spielen durfte, hatte Spuren hinterlassen. Herrmanns Selbstvertrauen lag am Boden. „Der Kopf spielt eine große Rolle im Fußball“, sagt Herrmann im Trainingslager im türkischen Belek. Nach einer tollen Hinrunde wird der U 21-Nationalspieler als Sinnbild für den Aufschwung gefeiert. Der Trainer formte den Mittelfeldspieler zu einer Stammkraft. Statt sich in Einzelaktionen in der gegnerischen Hälfte festzurennen, zeigt Herrmann nun Spielfreude und Torgefahr.
Herrmann: „Wir beherrschen die Spiele, laufen nicht hinterher“
„Es war eine sehr starke Halbserie“, sagt der 20-Jährige. Er weiß, was er Trainer Favre zu verdanken hat. „Er ist ein sehr guter Trainer, der auf die Schwächen jedes einzelnen Spielers eingeht. Er versucht, jeden zu verbessern“, sagt der Rechtsfuß, dem entgegen kommt, dass Favre beim Training großen Wert auf Technik, Spielaufbau und Ballzirkulation legt. „Wir beherrschen dadurch die Spiele, laufen nicht hinterher. Das macht großen Spaß“, erklärt Herrmann, der seine Chance nutzte, als sich Igor de Camargo am Knie verletzte. Im November verzauberte er beim 5:0 gegen Bremen die Borussen-Fans mit einem Tor und zwei Torvorlagen. Auch privat hat Herrmann sein Glück gefunden. Seit seinem Auszug aus dem Internat 2010 lebt er mit Freundin Nikky in Odenkirchen.
Ein 3:2-Sieg scheint zum Lieblingsergebnis von Borussia Mönchengladbach in der Vorbereitung auf die Rückrunde zu werden. Nach den Siegen gegen Nürnberg und Darmstadt gewann das Team von Trainer Lucien Favre gestern auch gegen Almelo (NL) mit 3:2.
Nach dem 0:1 (7., Overtom/Elfmeter) drehten Mike Hanke (12.) und Juan Arango (14.) das Spiel. Nach dem 2:2 durch Duarte (55.) erzielte Lukas Rupp das 3:2 (78.). „Die Verfassung der Spieler ist gut“, sagte Favre über die Tage in Belek.




