Das 1:0 gegen Nürnberg war bereits der fünfte Sieg. So gut startet Gladbach zuletzt in der Saison 1974/75.

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Großbild Johannes Kruck

Filip Daems erzielt mit seinem Elfmeter das siegbringende Tor gegen Nürnberg. Der Borussen-Kapitän ist der einzige Feldspieler der Bundesliga-Geschichte, der zweistellig trifft und immer nur per Elfmeter (nur für Torhüter Jörg Butt gilt das gleiche).

Mönchengladbach. Dieter Hecking war mächtig angefressen. Nürnbergs Fußball-Lehrer hatte im Mönchengladbacher Borussia-Park eine defensiv wie offensiv bescheidene Leistung seiner Mannschaft gesehen. Vielmehr adelte er die Mannschaft von Trainer Lucien Favre: „Wir haben heute gegen einen Tabellenführer verloren. Borussia Mönchengladbach gehört derzeit zu den besten Mannschaften der Liga. Der Gegner war in allen Belangen besser“, sagte Hecking. Zuvor hatten sich Jupp Heynckes (0:1) und Felix Magath (1:4) nach Niederlagen gegen die Gladbach ähnlich anerkennend geäußert. „Sie sind sehr nett, aber das ist totaler Unsinn“, entgegnete Mahner Favre.

21 Gladbacher Torschüssen stand acht der Nürnberger gegenüber

Mehr Lob geht kaum mehr für 16 Punkte nach sieben Spieltagen – der beste Start der Gladbacher seit der Saison 1974/75 – damals ebenfalls mit 16 Punkten ( Tordifferenz plus 10). Auch wenn die Tabellenführung nur 75 Minuten hielt, spricht die Liga über die Bayern-Jäger aus Gladbach. Was Trainer Lucien Favre indes viel mehr interessiert: Beim 1:0 gegen Nürnberg durch das Foulelfmetertor von Kapitän Filip Daems war sportlich eine Weiterentwicklung sichtbar. Gegen einen sehr lauffreudigen und gut organisierten Gegner kreierten die Gladbacher neun klare Torchancen. 21 Torschüssen standen acht der Nürnberger gegenüber.

In Sachen Effektivität im Torabschluss sind die Gladbacher von den Münchenern jedoch weit entfernt. Das hat auch der Borussen-Trainer erkannt. „Ich bedaure, dass wir nur ein Tor durch Penalty gemacht haben. Wir waren beim Torabschluss nicht sehr effektiv. Wir hätten viel früher das 2:0 machen müssen, wenn man allein vor dem Torwart auftaucht“, sagte Favre.

Trainer Favre: Es gibt keinen Grund zur Euphorie

21 erzielte Tore der Bayern gegenüber neun von Borussia zeigt, woran die Favre-Elf arbeiten muss. Denn die Schuld allein beim starken Nürnberger Torhüter Alexander Stephan zu suchen, ist zu kurz gegriffen. „Es gibt keinen Grund zur Euphorie“, bremste Favre aufkeimende Träumereien.

Beruhigend für den Schweizer ist die Erkenntnis aus dem Nürnberg-Spiel, dass vor dem Tor von Marc-André ter Stegen nur Gefahr entstand, wenn leichtfertig im Spielaufbau die Bälle verloren wurden. Das war häufiger bei Juan Arango und Mike Hanke der Fall. In der Offensive machte erneut Marco Reus den Unterschied. Sieben Vorlagen und sechs Torschüsse verbuchte der Dribbler, außerdem holte der 22-Jährige den Elfmeter heraus. „Ein Tor muss ich machen. Wichtig war nur, dass wir gewonnen haben“, sagte Reus.

 

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