Borussias Ex-Kapitän Patrik Andersson über Zugang Wendt.

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Großbild Dieter Wiechmann, Bild 1 von 2

Ex-Kapitän Patrik Andersson hat 1995 mit Borussia den Pokal gewonnen.

Mönchengladbach. Er hat schon gegen Messi und Cristiano Ronaldo in der Champions League gespielt. Nun will der schwedische Nationalspieler Oscar Wendt bei Borussia sein Können demonstrieren und VfL-Kapitän Filip Daems von der Position des linken Verteidigers verdrängen.

Hat Wendt das Zeug dazu? Was sind die Stärken und Schwächen des 25 Jahre alten Zugangs vom dänischen Meister FC Kopenhagen? Unsere Zeitung hat beim ehemaligen Borussen-Profi und wohl besten schwedischen Abwehrspieler aller Zeiten nachgefragt: Patrik Andersson.

Dessen Name hat in Gladbach – genau wie der von Martin Dahlin – immer noch einen guten Ruf, von den Fohlen-Fans wurde Andersson einst in die Jahrhundert-Elf gewählt. Mit Borussia holte der Schwede 1995 den DFB-Pokal, feierte später bei den Bayern jede Menge Titel, vor allem den Champions-League-Triumph (2001). Zweimal war er Schwedens Fußballer des Jahres.

Patrik Andersson hat Oscar Wendt in der EM-Qualifikation beobachtet

Wir erreichen Andersson zum Oscar-Wendt-Check im Garten seines Hauses in Falsterbo (rund 30 Kilometer südlich von Malmö), wo er zusammen mit der Familie lebt.

Über seinen Landsmann Oscar Wendt ist der 39-Jährige gut informiert: „Ich habe ihn vor einigen Tagen beim 5:0-Sieg der Schweden in der EM-Qualifikation gegen Finnland beobachtet. Da sickerte schon durch, dass er zur Borussia wechselt. Ich denke, der Schritt in die Bundesliga ist für seine Entwicklung richtig.“

Andersson arbeitet inzwischen unter anderem als Scout für Manchester United. Zur Borussia hat er nicht mehr viel Kontakt, tauscht sich aber regelmäßig mit Ove Flindt Bjerg aus, der für die Gladbacher den skandinavischen Raum beackert. Und über Wendt haben sie schon mehrmals gesprochen.

„Er hat in der Champions League einige gute Spiele abgeliefert, gerade gegen Barcelona. Da hat er gut mitgehalten“, sagt Andersson und ergänzt: „Man muss wissen, dass Wendt eigentlich Linksaußen ist und zum Verteidiger umgeschult wurde. Er hat einen guten linken Fuß, ist schnell und hat sich in letzter Zeit sehr gesteigert. Oscar ist ein wirklich guter Spieler.“

Laut Andersson gibt es aber auch Bereiche, in denen sich Wendt noch verbessern kann. Er sei kein Dribbler, habe in der Defensive auch schon mal Probleme in den so genannten Eins-gegen-Eins-Situationen.

„In der Nationalelf muss er aus meiner Sicht mehr nach vorne machen. Auch das Stellungsspiel klappt nicht immer. Da zeigt sich, dass er umgeschult worden ist und nicht die ganze Erfahrung eines gelernten Verteidigers hat“, sagt Andersson, der zugibt, sehr kritisch mit den Spielern zu sein.

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