Keine Mannschaft in der Bundesliga drehte häufiger Spiele als Borussia Mönchengladbach.

INA FASSBENDER

Mönchengladbach. Lucien Favre wird ein bisschen unwirsch. „Ich spreche nicht mehr über die Vergangenheit“, sagt der Schweizer bestimmt. Dabei war er doch lediglich gefragt worden, ob das Erreichen des sechsten Tabellenplatzes und damit die erneute Qualifikation für das europäische Fußball-Parkett bedeutend für ihn sei. Ein wichtiges Saisonziel.

Manchmal hat es den Anschein, als kämen der Fußballlehrer und die Journalisten nicht so recht zusammen. Der Frage nach der Zukunft begegnet der 55 Jahre alte Trainer mit dem Blick in die Vergangenheit.

Fravre ist ein Trainer, der öffentlich keine Ziele ausgibt, der seine Entscheidung – wenn überhaupt – mindestens verschlüsselt erklärt. Und so ist für ihn die Frage nach der Europa League keine zulässige. Seiner Ansicht nach begründet sie sich durch den alle überraschenden vierten Platz der vergangenen Saison.

Gladbach hat bereits zehn Punkte nach Rückständen geholt

Doch ohne die abgewanderte Team-Säulen Dante, Reus und Neustädter haben sich die Koordinaten für Erfolg geändert. Neue Mannschaft, neues Spiel – und damit begegnet er Fragen, die Erreichtes aus der Vergangenheit mit der Zukunft verknüpfen, kritisch bis misstrauisch.

Mit dem 1:1 gegen Dortmund stärkt seine Mannschaft das statische Merkmal, Remis-König der Liga zu sein. Sie bekräftigte mit dem Tor des erst 19 Jahre alten Amin Younes zum 1:1-Ausgleich aber auch die Qualität, sich durch einen Rückstand nicht aus dem Konzept bringen zu lassen – um dann eben doch noch erfolgreich zu sein. Gladbach ist ligaweit die Mannschaft, die nach Rückständen die meisten Punkte erreicht hat. Mit Younes’ Treffer gegen den Meister sammelten die Gladbacher bereits den zehnten Punkt nach Tor-Rückstand in dieser Spielzeit ein.

Doch trotz dieser Qualität scheint es, als wandle Gladbach irgendwie im Niemandsland der Tabelle – Platz zehn, vier Ränge von den Europa-League-Plätzen entfernt. Aber eben auch nur einen Sieg.

Und so bleibt Torhüter Marc-André ter Stegen vor den restlichen elf Saisonspielen optimistisch. „Die Tabelle ist sehr, sehr eng. Es gibt für uns noch genug Chancen, nach oben zu kommen“, sagte der Torhüter vor dem am Freitagabend anstehenden Spiel bei Eintracht Frankfurt (20.30 Uhr).

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