Von Jochen Schmitz und Achim Müller
Borussias Torhüter liebt solche Spiele wie am Samstag.
Mönchengladbach. Es passte alles für Marc-André ter Stegen (Foto: dpa) im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg, wie in den beiden vorangegangenen Spielen: hinten stand die 0 und vorne passiert immer mal was. Der Torhüter von Borussia Mönchengladbach ist mit drei kassierten Toren in sieben Spielen nach Münchens Manuel Neuer der zweitbeste Torhüter der Fußball-Bundesliga.
Gründe zum Jubeln hat ter Stegen derzeit genügend. Im Hamburg riss der 19-Jährige beim entscheidenden Treffer durch de Camargo jubelnd die Arme in die Luft, ließ sich dann im Zeitlupentempo rückwärts fallen, um schließlich sanft auf dem Hosenboden zu landen. Wie in München, gegen Kaiserslautern und nun gegen Nürnberg 1:0 – das hat irgendwas. Findet auch Marc-André ter Stegen: „So ein Ergebnis ist ganz nach meinem Geschmack.“ Und so verteidigte er auch im 13. Bundesligaspiel seine persönliche Serie, nie mehr als ein Tor zuzulassen, souverän.
Dabei kam gegen Nürnberg ein wenig mehr auf sein Tor als noch in Hamburg. In der 57. Minute zum Beispiel, als Alexander Esswein ihn zu einer Faust-Abwehr zwang. Gleichwohl beeindruckte ter Stegen einmal mehr durch seine Präsenz, die totale Beherrschung seines Terrains. „Dinge schnell zu erkennen, wie ein Sprinter aus dem Tor zu eilen, um den Ball abzufangen und Konterangriff einzuleiten, das ist eine unglaubliche Stärke von Marc-André“, sagt sein Berater Gerd vom Bruch, „da kommt nur Manuel Neuer mit.“
Ter Stegen hat den 1:0-Sieg mit Mitspielern beim Essen gefeiert
Nach Neuer (568 Bundesligaminuten ohne Gegentor) ist ter Stegen aktuell der Torwart mit der längsten Serie. Er hält seit 296 Minuten seinen Kasten sauber. Nach seinem Debüt vor gut fünf Monaten blieb der Keeper der Gladbacher zwischenzeitlich sogar 344 Minuten ohne Gegentor.
Den Abend nach dem Nürnberg-Sieg genoss ter Stegen mit Mitspielen bei einem gemeinsamen Essen. „Das gehört nach solch einem Sieg auch dazu: Zusammensitzen, den Abend genießen, ein wenig Spaß haben. Man sieht, dass wir eine Einheit sind, auf und neben dem Platz. Der Trainer versucht, die Stimmung hoch zu halten.“ Gesprochen wurde in der Runde zum Beispiel über die Atmosphäre im Stadion. „Das war atemberaubend. Wahnsinn, was im Borussia-Park immer abgeht. Ich hoffe, wir können noch oft so mit den Fans feiern wie nach dem Spiel gegen Nürnberg“, meint der Torhüter.
Knappe Siege scheinen auch eine Spezialität von Trainer Lucien Favre zu sein. Der Schweizer siegte in seiner Zeit bei Hertha BSC in der Saison 2008/2009 viermal 1:0 und gewann weitere neun Mal mit einem Tor Differenz. Am Ende belegte das Team Rang vier mit 63 Punkten.




