Von Stephan Esser
Trainer Lucien Favre ließ die Mannschaft nach nach exakt vier Wochen Ferien eine Stunde trainieren.
Mönchengladbach. Der Borussia-Park wandelt sich gerade zu einem Ort internationalen Interesses. Immerhin finden dort drei Spiele der Frauen-Weltmeisterschaft statt. Und so hat die Fifa als Ausrichter mittlerweile die Regie um und im Stadion übernommen. Weit sichtbar ist das vor allem am veränderten Farbenspiel – statt grün/schwarz dominiert orange/gelb den Borussia-Park. Bis Donnerstag. Bis die Fohlen wieder auf die Weide gingen in schwarzen Hosen, schwarzen Stutzen, grauem Oberteil, mit deutlich grün abgesetzten Streifen.
Und die Erleichterung von rund 2000 Fans begleiteten Trainer Lucien Favre und seine Spieler nach einer nervenaufreibenden Saison mit dem Happy-end Klassenerhalt, als sie um kurz nach 10 Uhr auf Trainingsplatz 1 die Arbeit nach exakt vier Wochen Ferien wieder aufnahmen unter Applaus, aufmunterende Zwischenrufe und einem „Da isser ja“. Gemeint war entfent terrible und Rückkehrer Raul Bobadilla, der bei den Fans hoch im Kurs zu stehen scheint.
Nach neuen Gesichtern hielten die Fans vergeblich Ausschau. Der einzige Zugang, der zum Trainingsauftakt zu den 20 anwesenden Profis gehörte, war Matthew Leckie. Der ist allerdings gar nicht mehr so neu, weil er bereits in der vergangenen Saison die letzten Wochen mittrainiert hatte. Zugang Oscar Wendt (FC Kopenhagen), Lukas Rupp und Matthias Zimmermann (beide aus Karlsruhe) stoßen erst am Montag zur Mannschaft.
Die aus den Amateure in den Profikader gewechselten Niklas Dams und Denis Dowidat waren ebenfalls zum Auftakt dabei, ebenso wie Julian Korb und der dritte Torhüter Janis Blaswich. Lucien Favre winkte kurz in die Menge als er den Rasen betrat, versammelte seine Spieler, schickte sie wenige später auf die Aufwärmrunde. Angeführt von Athletiktrainer Chris Weigl bestimten Kapitän Filip Daems und Roul Brouwers das Tempo an der Spitze.
Aber das wird erst einmal nicht so rasant weitergehen, wie es allen noch aus dem Finale der vergangenen Saison in Erinnerung ist. „Wir werden die ersten beiden Tage nicht viel machen“, sagte Favre. Wir arbeiten viel mit dem Ball. Es wird angenehm, nicht sehr hart.“
Späteren Dienstantritt wegen Länderspiel-Verpflichtungen über das Saisonende hinaus genießen Marco Reus, Havard Nordtveit, Karim Matmour, Oscar Wendt, Marc-André ter Stegen, Matthias Zimmermann und Juan Arango.
Bis auf Matmour (Wegen Nasenoperation) und Arango (Copa America) stoßen alle anderen erst am Montag im Trainingslager in Bad Wörishofen zur Mannschaft.
Vor dem Training wurde dem Team der neue Mannschaftsarzt, Dr. Stefan Porten, vorgestellt, der die Nachfolge des verstorbenen Dr. Jens-Felix Kühlmorgen antritt.
Der geplatzte Transfer von Michael Bradley zu Aston Villa für 3,5 Millionen Euro scherte Trainer Favre am Donnerstag wenig. „Meinen Information ist, dass er nicht zurückkommt“, sagte Favre. „Ich habe ohne ihn geplant.“ Sollte es anders kommen, wäre das aber „kein Problem“. Momentan spielt Bradley beim Gold Cup. Danach geht er erst einmal in Urlaub, käme für einen Einsatz zum Saisonstart ohnehin nicht in Frage.
Zum Hickhack um einen Wechsel von Dante sagte Favre: Das kommentiere ich nicht. Er wird bleiben. Ich habe Ende der Saison mit ihm gesprochen. Er muss bleiben.“
Am Freitag wird zweimal trainiert, morgens steht ein Laktattest an, am Samstag bricht der Tross auf ins einwöchige Trainingslager nach Bad Wörishofen. Fast exkat eine Stunde dauerte Favres erste Trainingseinheit. Um 11:09 kamen dann die Fans zu ihrem Recht. Den Helden des Klassenerhaltes so nah zu sein, wie es seit dem Spiel in Bochum nicht mehr der Fall gewesen ist.




