Galerie Dielämmer verleiht den Preis an 60-jährigen Künstler.

Den „Appelkitsch“, den er selbst entworfen hat, kann sich Jürgen Drewer nun als Kunstpreis ins Wohnzimmer stellen.
Den „Appelkitsch“, den er selbst entworfen hat, kann sich Jürgen Drewer nun als Kunstpreis ins Wohnzimmer stellen.

Den „Appelkitsch“, den er selbst entworfen hat, kann sich Jürgen Drewer nun als Kunstpreis ins Wohnzimmer stellen.

Stefan Büntig

Den „Appelkitsch“, den er selbst entworfen hat, kann sich Jürgen Drewer nun als Kunstpreis ins Wohnzimmer stellen.

Grevenbroich. „Es gibt immer etwas, woran man anknüpfen kann“, sagte die Malerin Janne Gronen 1998 in ihrer Einführung zu einer Ausstellung von Jürgen Drewer. Recht hat sie. Den damaligen Ausstellungsraum auf der Königstraße gibt es immer noch – damals vom Kunstenthusiasten Werner Franzen unterhalten, heute von der Produzentengalerie Judith Dielämmer, zu deren Mitgliedern Franzen und Gronen gehören.

Auch der Künstler Jürgen Drewer aus Niederkürchten ist wieder – oder besser gesagt: nach wie vor – bei Dielämmer präsent. Bereits in der Jahresausstellung 2012 war er mit einem Werk vertreten, am Sonntag ehrte ihn die Galerie mit ihrem Kunstpreis, dem „Appelkitsch“.

Seit 1987 macht Drewer Kunst im öffentlichen Raum

Den Appelkitsch als Markenzeichen der Galerie hat Drewer selbst entworfen. 1952 geboren, war er zunächst Schaufenstergestalter, ist jedoch seit 1980 freiberuflich tätig. Seit 2006 arbeitet er ausschließlich als Künstler. Oftmals sprengen Drewers Arbeiten die Gattungsgrenzen. Einen Schwerpunkt bildet die experimentelle Malerei – der Inbegriff von künstlerischer Freiheit.

Ungleich mehr Disziplin verlangt die Kunst im öffentlichen Raum, der er sich seit 1987 widmet. Der Künstler gestaltet Wände, Fenster und andere Elemente für Räume und Gebäude, oft in Kooperation mit Architekten oder Innenarchitekten.

Auf diese Weise entstanden Arbeiten für Kirchen und andere öffentliche Gebäude, zuletzt die Altarinsel in einer Kirche in Willich. Aus seiner Werkstatt stammen auch die Kirchenfenster von St. Simon und Judas Thaddäus in Neu-Otzenrath, gefertigt aus Opalglas mit Schmelzfarbe.

Bleistiftkritzelei als Grundlage

Als Beitrag zur gerade beendeten Jahresausstellung zeigte Drewer ein Modell seiner Wandgestaltung einer Friedhofskapelle in Arnsberg. Zwar ist die Arbeit monochrom in Weiß gehalten, dennoch dürften viele Besucher Ähnlichkeiten mit den Otzenrather Fenstern entdeckt haben.

Die gebrochenen Linien, bekannt aus dem Blau der Glasfenster, tauchen im Wandmodell als Reliefstruktur wieder auf. Die Strukturen gehen übrigens auf eine Bleistiftkritzelei zurück, die der Künstler wieder und wieder kopiert und vergößert hat.

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