„Shona Art“ heißt die Ausstellung in der Versandhalle, in der zeitgenössische Bildhauer aus Afrika ihre Arbeiten präsentieren.

Walter Maponga zeigt seine Arbeit bis zum 13. Mai in der Versandhalle auf der Stadtparkinsel.
Walter Maponga zeigt seine Arbeit bis zum 13. Mai in der Versandhalle auf der Stadtparkinsel.

Walter Maponga zeigt seine Arbeit bis zum 13. Mai in der Versandhalle auf der Stadtparkinsel.

Georg Salzburg

Walter Maponga zeigt seine Arbeit bis zum 13. Mai in der Versandhalle auf der Stadtparkinsel.

Grevenbroich. Kunst aus Afrika ist seit gestern in der Versandhalle zu sehen. „Shona Art“ heißt die Ausstellung, in der zeitgenössische Bildhauer aus Simbabwe ihre Arbeiten präsentieren.

Die gleichnamige Kunstströmung, benannt nach der größten Volksgruppe des südafrikanischen Landes, hat sich in den vergangenen 20 Jahren international einen Namen gemacht. Heute gilt sie als die renommierteste Form zeitgenössischer Kunst aus Afrika.

21 Künstler stellen in der Versandhalle ihre Arbeiten vor

Die Ausstellung in der Versandhalle versammelt Arbeiten von 21 Künstlern. Zu sehen sind Menschen und Tiere, aber auch abstrakte Formen. Alles geschaffen aus Serpentinstein, rau strukturiert oder glatt poliert.

Organisiert wurde die Ausstellung vom Wittener Galeristen Bastian Müller, der die simbabwische Künstlerszene seit dem Studium beobachtet. Im Jahr 2000 verbrachte der damalige BWL-Student ein Auslandssemester in dem afrikanischen Land und ließ sich zusammen mit seiner Freundin, einer Kunststudentin, von der aufstrebenden Künstlerszene faszinieren. Eine erste Ausstellung in Europa organisierte Müller 2002, seit 2004 lädt er außerdem regelmäßig simbabwische Künstler nach Deutschland ein.

Walter Maponga ist zum vierten Mal dabei. In der Versandhalle zeigt der 33-Jährige die Arbeit „Scratching Bird“, eine stark abstrahierte Vogelplastik. Die künstlerische Leidenschaft hat ihn vor 13 Jahren zur Bildhauerei gebracht, erzählt Maponga, „gelernt habe ich von der älteren Bildhauer-Generation“.

Die Anfänge der Shona-Kunst gehen bis in die 1960er Jahre zurück, als ein ehemaliger Tabakfarmer die erste Künstlerkolonie gründete. Aufgrund von Sanktionen gegen das Land konnte er keinen Tabak mehr verkaufen. Aber ihm lag das Schicksal seiner Arbeiter am Herzen, er liebte Bildhauerei, und auf seinem Land gab es große Vorkommen von Serpentin. Der Stein ist hart wie Marmor und die früheren Landarbeiter hatten für die Bearbeitung lediglich umgebaute Pflüge. Aber ein Anfang war gemacht. „Die späteren Künstlergenerationen haben eine geradezu moderne Formensprache entwickelt“, fasst Bastian Müller zusammen.

Teil des Erlöses kommt einer Schule in Simbabwe zugute

Alle Arbeiten stehen zum Verkauf, ein Teil des Erlöses fließt in eine weiterführende Schule in Simbabwe. Solche Einrichtungen sind in dem afrikanischen Land noch immer eine Seltenheit. 300 Schüler bereiten sich dort auf die Mittlere Reife vor. Bastian Müller ist auch Mitbegründer des Vereins Fundo, der die Schule finanziell unterstützt. Es lohnt sich, in Bildung zu investieren, ist er überzeugt. Vor allem in einem der ärmsten Länder der Welt: „Dort kann man mit verhältnismäßig wenig Mitteln viel bewegen.“

» Die Ausstellung in der Versandhalle läuft bis zum 13. Mai, Öffnungszeiten: donnerstags, samstags und sonntags von 13 bis 16 Uhr.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer