Von Marc Ingel
Protection One aus Büderich bleibt auf der Erfolgsspur. Davon profitieren auch Meerbuscher Schulen.
Leiten ein erfolgreiches Familienunternehmen: Martell Schilling und Tochter Kristina Schilling.
Büderich. 22 Einbrüche verzeichnete die Stadt im Schuljahr 2009/10 in den Meerbuscher Grundschulen. Gestohlen wurden in der Regel Laptops, Netbooks oder Bargeld. Im vergangenen Jahr wurde die Büdericher Firma Protection One beauftragt, ihren elektronischen Wachmann in den Schulen zu installieren. „Seitdem kam es lediglich zu einem Einbruchsversuch, und der wurde erfolgreich abgewehrt“, sagt Marketingleiterin Kristina Schilling.
Die Absicherung von Schulen und Kindergärten ist ein Perspektivgeschäft für Protection One. „Das hat enormes Potenzial, jedoch ist es bei einer Stadtverwaltung nicht immer einfach, zum Vertragsabschluss zu kommen“, sagt Schilling.
Dass sich der Anbieter von audiovisueller Fernüberwachung seit der Firmengründung 1997 nach schwierigen Anfangsjahren, in denen man in der Branche belächelt wurde, glänzend am Markt positioniert hat, ist auf das Kerngeschäft zurückzuführen: der Objektschutz mit dem elektronischen Wachmann. Dabei wird der „Eindringling“ von der Notrufzentrale in Büderich aus über ein Mikrofon direkt angesprochen und, falls er das Codewort nicht nennen kann, wortreich in die Flucht geschlagen.
Kunde muss für installierte Technik nicht zahlen
Die Idee wird mittlerweile zwar kopiert, doch Geschäftsgründer Martell Schilling kann Gründe aufzählen, warum man sich positiv abhebt: „Wir gehen in Vorleistung, schließen Verträge über vier Jahre ab und installieren die Technik kostenlos. Erst wenn der Kunde verlängert, verdienen wir. Wir haben außerdem das modernste Equipment und uns einen großen Vertrauensbonus erarbeitet.“
In Zahlen ausgedrückt, die Schilling nur zu gerne nennt: Die Erfolgsquote liegt bei rund 92 Prozent, 10 000 Kunden habe man. 2010 erwirtschaftete das Unternehmen bei einem Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatz von 22 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter stieg von 99 Ende 2009 auf 113 im vergangenen Jahr und soll Ende 2011 bei 130 liegen.
Und die fühlen sich in Büderich wohl. „Die Geschäftsführung litt zwischenzeitlich einmal ein wenig unter Größenwahn und wollte in eine Art Schlösschen umziehen. Doch unsere Angestellten haben sich für den jetzigen Standort stark gemacht, also sind wir geblieben“, erzählt Schilling.
Weiteres Wachstum scheint möglich. So hat Protection One mit individueller Videotechnologie eine Nische besetzt: elektronische Wächterrundgänge bei Firmen mit größeren Außenflächen – in Zeiten steigender Rohstoffpreise für Kupfer, Zink oder Aluminium ein durchaus lohnenswertes Geschäft. „Wir haben kürzlich einen Rohstoffhändler als Kunden gewonnen. Der hat sich nicht mehr getraut, abends nach Hause zu gehen und sein Gelände die ganze Nacht persönlich überwacht. Jetzt kann er wieder in seinem Bett schlafen“, erzählt Kristina Schilling.

