Tischtuch zwischen Pfarrer und Gemeinde scheint endgültig zerschnitten.

Meerbusch. Der seit Monaten währende Streit innerhalb der Pfarrgemeinde Hildegundis von Meer ist um ein bizarres Kapitel reicher. Im Rahmen der Pfarrgemeinderatssitzung in Lank am Dienstagabend ist der Vorstand mit dem Vorsitzenden Thomas Stelzer-Rothe komplett zurückgetreten – ob freiwillig oder nicht, sei dahingestellt.

Pfarrer Norbert Viertel hatte den Teilnehmern diese Neuigkeit nach einem unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagenden Kreis noch vor der öffentlichen Sitzung verkündet – die dann gar nicht erst stattfand.

Zu den verdutzten Anwesenden zählte auch Klaus Mock, der früher selbst eng in die Arbeit der Gemeinde eingebunden war, sich aufgrund der ständigen Querelen aber zurückgezogen hat. „Es bleibt ein großes Rätselraten, was mit dieser Maßnahme bezweckt werden soll. Zu den Gründen wurde jedenfalls kein Wort gesagt. Die Situation ist total zerfahren“, wundert er sich. Andere vermuteten einen politischen Schachzug und befürchten, dass der alte Pfarrgemeinderat aufgelöst und ein neues, ausschließlich mit Anhängern von Viertel besetztes Gremium durch die Hintertür installiert werden soll.

Nach der Erklärung Viertels hätte sich der interne Kreis um das Pastoralteam jedenfalls wieder zurückgezogen und weiter hinter verschlossenen Türen geredet. Während Stelzer-Rothe zu diesem Zeitpunkt bereits das Pfarrheim verlassen habe, sei Hubert Kräling hineinzitiert worden, der bei Pfarrer Viertel wegen angeblicher Illoyalität zuletzt in Ungnade gefallen war.

„Kräling hat nach längerer Diskussion den Saal mit den Worten verlassen: Es mache keinen Sinn, mit denen zu reden“, erzählt Mock. Viertel habe bereits im Vorfeld angekündigt, an keiner Gemeinderatssitzung mehr teilzunehmen, wenn Kräling dabei wäre.

Von den direkt betroffenen Personen eine Stellungnahme zu bekommen, stellte sich am Mittwoch als schwierig heraus: Weder Viertel noch Stelzer-Rothe oder Kräling waren zu erreichen. M.I.

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