Marcus Weniger will nicht mehr. Die Brauerei sucht für das Route 66 in Bösinghoven jetzt einen Nachfolger.

Rockröhre Doro Pesch (r.) und die „Jersey Girlz“ schenkten Marcus Weniger vor zwei Jahren zu seinem 41. Geburtstag eine Gitarre.
Rockröhre Doro Pesch (r.) und die „Jersey Girlz“ schenkten Marcus Weniger vor zwei Jahren zu seinem 41. Geburtstag eine Gitarre.

Rockröhre Doro Pesch (r.) und die „Jersey Girlz“ schenkten Marcus Weniger vor zwei Jahren zu seinem 41. Geburtstag eine Gitarre.

Marc Ingel

Rockröhre Doro Pesch (r.) und die „Jersey Girlz“ schenkten Marcus Weniger vor zwei Jahren zu seinem 41. Geburtstag eine Gitarre.

Bösinghoven. Marcus Weniger will seine Kult-Kneipe Route 66 in Bösinghoven in andere Hände geben. Der Gastronom hat seit der Übernahme des ehemaligen Bösinger Hofs vor acht Jahren viel Herzblut in das 500 Quadratmeter große Lokal investiert, das fordert jetzt seinen Tribut.

"Meine Gesundheit ist inzwischen ganz schön angegriffen, ich habe außerdem ja noch andere Firmen, um die ich mich kümmern muss", sagt der selbst ernannte "Hobby-Gastronom," der primär mit dem Vertrieb von Sonnenschutzanlagen sein Geld verdient.

Weniger, der im Route 66 mit Erfolg ein amerikanisches Konzept umgesetzt hat, gelang es, Hochkaräter der Musikbranche wie Doro Pesch, Boss Hoss, Roger Chapman oder The Snap ins beschauliche Bösinghoven zu lotsen. Vor allem das Open-Air-Konzert mit Boss Hoss hat Weniger Nerven gekostet: "Da habe ich nachts im Wintergarten geschlafen und aufgepasst, dass niemand das Bühnen-Equipmentklaut."

Auf einen derartig großen Zeitaufwand hat der 43-Jährige keine Lust mehr und daher die Brauerei Frankenheim gebeten, einen Nachfolger für das Objekt zu suchen. Sein Geschäftsführer, der zunächst in die Fußstapfen von Weniger treten wollte, hatte kurzentschlossen einen Rückzieher gemacht.

Interessenten hat Frankenheim offenbar genug, bestätigt Bernd Kretzer, bei Frankenheim für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig: "Wir stehen in Verhandlungen mit mehreren Kandidaten, noch ist aber alles offen. Wir bemühen uns um eine möglichst schnelle Lösung, aber auch der Hauseigentümer hat da ja noch ein Wörtchen mitzureden."

Einer der Kandidaten ist Bülent Hali. Der Düsseldorfer hat zehn Jahre lang zusammen mit Frank Engel die Kasematten an der Unteren Rheinwerft betrieben, dort nach diversen Reibereien mit der Stadtverwaltung aber in diesem Sommer frustriert das Handtuch geworfen.

Ketzer bestätigt: "Wir haben mit ihm gesprochen, man kann ihn aber nicht als den Favoriten bezeichnen." Weniger könnte sich Hali als seinen Nachfolger jedoch gut vorstellen: "Das würde passen."

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