Stadt sieht einen steigenden Bedarf an Flächen für Wohnbebauung.

Am nördlichen Rand von Uedesheim sind im „Kreuzfeld“ etwa 150 Wohneinheiten geplant.
Am nördlichen Rand von Uedesheim sind im „Kreuzfeld“ etwa 150 Wohneinheiten geplant.

Am nördlichen Rand von Uedesheim sind im „Kreuzfeld“ etwa 150 Wohneinheiten geplant.

Planungsdezernent Christoph Hölters und Markus Honermann (Planungsamt) vor den Uedesheim-Plänen.

Georg Salzburg., Bild 1 von 2

Am nördlichen Rand von Uedesheim sind im „Kreuzfeld“ etwa 150 Wohneinheiten geplant.

Neuss. Das Thema ist ebenso drängend wie sensibel, und nicht immer geht es so problemlos zu wie am Ende der Himmelgeister Straße in Uedesheim, wo große Ackerflächen das künftige Neubaugebiet Kreuzfeld bilden. Die Stadt will entsprechend dem Bedarf Flächen zur Wohnbebauung zur Verfügung stellen – wo und in welchem Ausmaß, muss behutsam geplant werden. Am Mittwoch gaben Planungsdezernent Christoph Hölters und Markus Honermann, kommissarischer Leiter des Planungsamtes, einen Überblick über die Entwicklung.

Wohnverhalten ändert sich

Neuss wird bis 2020 durch Zuwanderungen die Bevölkerungszahl halten können, danach wird die Kurve leicht nach unten zeigen. Mehr Wohnraum ist dennoch gefragt: Das Wohnverhalten ändert sich, die Haushaltszahlen steigen seit Jahren. Es gibt, nicht zuletzt durch alte Menschen, immer mehr Singlehaushalte. Zurzeit leben in jedem Neusser Haushalt durchschnittlich 2,2 Personen. 4650 Wohneinheiten, so hat es die Verwaltung hochgerechnet, werden in den nächsten 15 Jahren benötigt.

„Die Bauflächen gehen uns aus“, sagt Christoph Hölters. Bis neue Flächen im Flächennutzungsplan ausgewiesen sind, zählt die Maßnahme am nördlichen Rand von Uedesheim zu einem der größeren Vorhaben. In den 90er Jahren wurde hier ein Modellprojekt umgesetzt, nun wird es weiterentwickelt. Angrenzend an die Bebauung, eingefasst von Kleingärten und Sportplatz, ist auf acht Hektar Ackerfläche Platz für 150 Wohneinheiten.

Noch ist das Planverfahren in einem frühen Stadium, mit dem Baubeginn ist nicht vor 2014 zu rechnen. Der Stadtteil zähle zu den beliebtesten Wohnflächen von Neuss, betont der Planungsdezernent, die Nähe zum Rhein und gute Infrastruktur, dazu ein funktionierendes Stadtteilleben ziehen neue Einwohner an.

Das Kreuzfeld zählt zu den Reserven an Wohnbauflächen, die die Stadt bebauen lässt oder noch bebauen lassen wird. Größtes Projekt ist Allerheiligen B, das in fünf Jahren mit 800 Wohneinheiten – 500 sind bereits gebaut – vollständig entwickelt sein soll.

In dem „Räumlichen Strukturkonzept,“ das der Rat Ende 2011 beschlossen hat, wurde ein Bedarf von 140 Hektar Wohnbauflächen für die kommenden 15 Jahre ermittelt. Der größte Teil kann über Reserven untergebracht werden. Derzeit sind Bebauungspläne für insgesamt 1110 Wohneinheiten im Verfahren, in bereits rechtskräftigen B-Plänen sind etwa 1000 weitere Wohneinheiten vorgesehen.

Da die Reserven den erwarteten Bedarf nicht decken, erwartet die Verwaltung, dass etwa 60 Hektar Wohnbauflächen im neuen Flächennutzungsplan (FNP) neu ausgewiesen werden müssen. Wie Planungsdezernent Christoph Hölters mitteilt, ist über die Größenordnung bereits Einvernehmen mit der Bezirksregierung erzielt. Der Entwurf des FNP soll Anfang 2013 vorliegen Ende 2014 könnte der Plan dann in Kraft treten und den Vorgänger von 1983 ersetzen.

Am Platz des früheren Finanzamts im Dreikönigenviertel entstehen 65 Einheiten. In der künftigen Siedlung Blausteinsweg in Holzheim sind 210 Wohneinheiten geplant, auf dem Werhahngelände am Hafenbecken 1 etwa 165. Die Bebauung des Alexianergeländes ist noch Zukunftsmusik: Ergebnisse des Wettbewerbs werden Anfang September vorgestellt.

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