Kammer befragt 19 Städte und 64 Werbegemeinschaften nach dem Umgangsklima.

Eine bessere Zusammenarbeit zwischen Werbegemeinschaften und Stadtmarketing fördert den Handel.
Eine bessere Zusammenarbeit zwischen Werbegemeinschaften und Stadtmarketing fördert den Handel.

Eine bessere Zusammenarbeit zwischen Werbegemeinschaften und Stadtmarketing fördert den Handel.

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Eine bessere Zusammenarbeit zwischen Werbegemeinschaften und Stadtmarketing fördert den Handel.

Rhein-Kreis Neuss. In einer groß angelegten Studie zum Thema Stadtmarketing kommt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein zu unterschiedlichen Ergebnissen.

„Stadtmarketing im interkommunalen Vergleich“ heißt die Studie, bei der sowohl die Stadtmarketing-Verantwortlichen in 19 Städten und Gemeinden des IHK-Bezirks, als auch 64 Werbegemeinschaften zu Organisation und Erfahrungen in der Zusammenarbeit befragt wurden.

Anschließend wurden die Ergebnisse ähnlich großer Städte und Gemeinden verglichen. Laut IHK sollen die Unterschiede und Empfehlungen „die Verantwortlichen in Politik und Stadtverwaltung anregen, Strategien zu diskutieren und zu überprüfen“.

Neuss: Händler kritisieren Fokussierung auf Innenstadt

In Neuss bewerten die Händler die Zusammenarbeit als „zufriedenstellend“. Drei Kritikpunkte äußerten die zwei (von vier) teilnehmenden Werbegemeinschaften: Die Fokussierung auf die Innenstadt führe zur Vernachlässigung der umliegenden Stadtteile. Die Zusammenarbeit mit den Werbegemeinschaften der Stadtteile solle intensiviert werden. Und: Die Stadt Neuss kümmere sich nicht genügend um Sauberkeit und Sicherheit.

Das Neusser Stadtmarketing verfügt im Vergleich über ein geringes Marketingbudget. Mit 3,5 Mitarbeitern verfügt die Stadt gemessen an der Einwohnerzahl über relativ weniger Kapazitäten als Kaarst, Nettetal oder Viersen. „Wir raten deshalb zu prüfen, ob die Marketinggesellschaft personell ausreichend ausgestattet ist“, sagt IHK-Geschäftsführer Andree Haack.

Grevenbroich: Wenig Personal und geringstes Budget

Laut Andree Haack, Geschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, steht das Stadtmarketing vor großen Herausforderungen. „Die zunehmenden Handlungsanforderungen an das Stadtmarketing gehen mit sinkenden finanziellen Kapazitäten der Städte einher“, sagt Haack. Umso wichtiger sei es, das Engagement der privaten Akteure wie Händler, Dienstleister, Eigentümer und Investoren zu nutzen und miteinander zu kooperieren.

Die Studie „Stadtmarketing im interkommunalen Vergleich“ ist im Internet als Download verfügbar – in der Dokumentsuche unter der Nummer 1411: mittlerer-niederrhein.ihk.de

Nicht alle Akteure sind in Grevenbroich mit der Zusammenarbeit zufrieden. „Die Aussagen sind nicht eindeutig“, sagt Haack. Während eine Werbegemeinschaft die Zusammenarbeit als zufriedenstellend beurteilt, sind die Stadt und die andere Gemeinschaft eher unzufrieden.

Laut Händlern ist die Zusammenarbeit nicht institutionalisiert. Regelmäßige Abstimmungsgespräche fänden allerdings statt. Haack: „Divergenzen gibt es bei den Themen Leerstand, Gestaltung des öffentlichen Raums und der Genehmigungspraxis von Veranstaltungen“.

Mit einem Mitarbeiter ist das Stadtmarketing Grevenbroich im Vergleich unterdurchschnittlich ausgestattet. Das Budget für Stadtmarketingmaßnahmen ist in der Gruppe der mittelgroßen Kommunen das geringste.

In Dormagen: geteiltes Echo aufs Stadtmarketing

Nur zum Teil sind die Werbegemeinschaften in Dormagen zufrieden. Zwei von drei Werbegemeinschaften haben sich an der Befragung beteiligt. Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD) sind mit insgesamt vier Mitarbeitern zuständig. Damit ist Dormagen überdurchschnittlich gut ausgestattet.

Während die Stadt zufrieden ist, sind die Händler geteilter Meinung. Die Werbegemeinschaft, in der die SVGD Mitglied ist, ist zufrieden. „Die anderen Händler geben allerdings an, in keinerlei Kontakt mit dem Stadtmarketing zu stehen“, sagt Haack. Er fordert ein Mindestmaß an Austausch mit den Ortsteil-Werbegemeinschaften.

Stärker wollen die Dormagener Händler bei den Themen Parken und der Werbung für ihre Veranstaltungen eingebunden werden. Vor allem wünschen sie sich, dass die Stadt auf die Gebühren für Veranstaltungsanträge verzichtet.

Korschenbroich und Rommerskirchen: Zufriedenheit

Zwar gibt es in Korschenbroich nur 0,25 Mitarbeiter in der Wirtschaftsförderung. Aber: „Trotz der geringen Ausstattung sind die Händler zufrieden“, sagt Haack. Regelmäßige Gespräche, kurze Dienstwege und Stadtfeste erklären die Zufriedenheit. Kritikpunkt ist nur die Parksituation.

Das gleiche Bild liefert Rommerskirchen ab, nur, dass sich die Händler dort mehr Unterstützung bei der Immobilien- und Sponsorensuche und mehr Mitspracherecht in Verkehrsfragen wünschen.

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