271 Sportler werden ausgezeichnet. Der Neusser HV ist das Teams des Jahres.

Thomas Draguhn (l.) erhält von Bürgermeister Herbert Napp die Sportehrengabe.
Thomas Draguhn (l.) erhält von Bürgermeister Herbert Napp die Sportehrengabe.

Thomas Draguhn (l.) erhält von Bürgermeister Herbert Napp die Sportehrengabe.

Fast alles Neusser Jungs: Der Neusser HV wurde als Mannschaft des Jahres geehrt.

Ingel, Bild 1 von 2

Thomas Draguhn (l.) erhält von Bürgermeister Herbert Napp die Sportehrengabe.

Neuss. 2012 war nicht das allerbeste Jahr im Neusser Sport. Die finanzschwachen Ringer des KSK Konkordia haben sich aus der Bundesliga in die Niederungen der Verbandsliga zurückgezogen. Im Hockey hat sich der HTC Schwarz-Weiß auf dem Feld aus dem Oberhaus verabschiedet, in der Halle blüht dem Club das gleiche Schicksal. Beim Tennis-Bundesligisten TC Blau-Weiß stand das Sportliche im Hintergrund, stattdessen flogen intern die Fetzen.

Doch wer suchet, der findet, und es müssen ja auch nicht immer Teams aus der Bel Etage des deutschen Sports zu Ehren kommen. Bei der Sportlerehrung in der Stadthalle wurde in diesem Jahr ein Viertligist als Mannschaft des Jahres ausgezeichnet – aber einer mit Perspektive und Lokalkolorit: Der Neusser HV träumt als aktueller Tabellenführer in der Handball-Oberliga vom Aufstieg und von Derbys gegen Dormagen und Korschenbroich. Wichtig sei, dass man die Planung für eine möglichst erfolgreiche Zukunft langfristig angehe, um finanzielle Turbulenzen zu vermeiden, sagt Trainer René Witte. Das WM-Viertelfinale zwischen Deutschland und Spanien am Mittwoch konnten die NHV-Spieler übrigens nicht gucken. Es wurde trainiert.

Die Sportlerehrung ist immer auch ein großer Moment für junge Sportler, die sonst kaum im Blickfeld der Öffentlichkeit stehen. Das gilt besonders für jene Aktiven, die mit einem Handicap leben müssen, sportlich deswegen aber nicht kürzer treten: Die Behinderten-Sportler aus Neuss genießen jedes Jahr das Rampenlicht auf der Bühne spürbar.

In gewissem Maße trifft dieses Schattendasein auch auf die Voltigierer des RSC Grimlinghausen zu. Zurecht bezeichnet Trainerin Jessica Schmitz ihren Verein angesichts der vielen Titel bei Europa- und Weltmeisterschaften als das Real Madrid des Voltigiersports. Olympisch ist die Akrobatik auf dem Pferd deswegen noch lange nicht. Und daran wird sich in absehbarer Zukunft wohl auch nicht viel ändern, befürchtet Schmitz.

Traum von einer Teilnahme bei den Olympischen Spielen in Rio

Der Traum von einer Teilnahme bei den Olympischen Spielen motiviert viele Talente, sich beim Training zu schinden. In die Fußstapfen eines Thomas Rupprath würde Philip Lücker gerne treten. Der 18-jährige Schmetterlingsexperte hüpft dafür schon morgens um 6 Uhr ins Becken, anschließend geht’s in die Schule. Wasser ist auch das Element von Fabian Kux. Der Europameister im Vierer-Kajak bei der U23 hofft sich bei der Heim-WM in Duisburg in diesem Jahr für Olympia 2016 in Rio empfehlen zu können.

Einer, der seine aktive Laufbahn als Hockeyspieler beim HTC Schwarz-Weiß hinter sich gelassen hat, ist Thomas Draguhn. Der 35-Jährige erhielt in diesem Jahr die Sportehrengabe der Stadt Neuss. Seine sportlichen Erfolge – vor allem bei den Junioren – sind zwar beachtlich, und doch ehrt ihn vor allem, dass er seiner Heimatstadt und seinem Verein immer die Treue gehalten hat. Als Leiter der Hockeyabteilung des HTC übernimmt Draguhn auch nach seinem Karriereende weiter Verantwortung.

271 Sportler wurden in diesem Jahr geehrt, alle haben bei deutschen oder internationalen Titelwettkämpfen vordere Plätze belegt. So schlecht ist es also doch nicht um den Sport in Neuss bestellt, auch wenn viele Sportarten nur eingeweihten Fachleuten etwas sagen. Noelle Matzner zum Beispiel ist Deutsche Meisterin im Friesen-Fünfkampf. Vergleichbar mit dem Modernen Fünfkampf ersetzt das Kugelstoßen hier das Reiten. Man lernt nie aus.

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