Der Sozialdezernent erneuert sein Angebot, um die Kitas zu retten.

Der fünfjährige Max klettert auf dem Spielplatz der Kita Kruppstraße – ob und in welcher Trägerschaft die evangelische Einrichtung erhalten bleibt, ist derzeit noch offen.
Der fünfjährige Max klettert auf dem Spielplatz der Kita Kruppstraße – ob und in welcher Trägerschaft die evangelische Einrichtung erhalten bleibt, ist derzeit noch offen.

Der fünfjährige Max klettert auf dem Spielplatz der Kita Kruppstraße – ob und in welcher Trägerschaft die evangelische Einrichtung erhalten bleibt, ist derzeit noch offen.

Uwe Schinkel

Der fünfjährige Max klettert auf dem Spielplatz der Kita Kruppstraße – ob und in welcher Trägerschaft die evangelische Einrichtung erhalten bleibt, ist derzeit noch offen.

Wuppertal. Die Diskussion um die Zukunft der Kindertagesstätten des Evangelischen Kindertagesstättenvereins (EKV) geht unvermindert weiter. Nachdem der Vohwinkeler Presbyteriumsvorsitzende Armin Lange erklärt hatte, dass die Stadt kirchlichen Trägern gegenüber nicht wohl gesonnen sei, geht Sozialdezernent Stefan Kühn (SPD) in die Offensive.

Stadt hat ein dreistufiges Angebot unterbreitet

Im Gespräch mit der WZ erklärte Kühn am Donnerstag, dass der EKV deswegen mit der Finanzierung seiner Kindergärten hadere, weil er strukturelle Probleme habe. Erstens habe der EKV oft kleine Einrichtungen, was sich aufgrund der geringen Zahl der betreuten Kinder finanziell negativ auswirke, und zweitens beschäftige er mehr älteres Personal als die anderen Träger, das aufgrund der Tarifverträge höhere Gehälter erhalte.

Laut Kühn habe dies zur Folge, dass die Pauschalen zur Finanzierung beim EKV daher nicht ausreichten – im Gegensatz zu anderen Trägern.

Erneut wandte er sich gegen die Kritik, man wolle kirchliche Kindergärten schließen. „Wir haben ein dreistufiges Angebot gemacht. Zuerst versuchen wir, einen freien Träger für die Kindergärten zu finden. Gelingt dies nicht, dann versuchen wir diese Kitas mit einer Elterninitiative, gerne aus der evangelischen Kirche, zu erhalten. Erst wenn auch das nicht gelingt, würde die Stadt dann die Einrichtungen übernehmen“, schildert der Sozialdezernent seine Absicht.

Laut Kühn zahle der EKV derzeit etwa 20 Prozent mehr für seine 31 Kitas, als er durch die Pauschalen erstattet bekomme. Kirchliche Träger müssen derzeit laut Stadt zwölf Prozent der Gesamtkosten ihrer Kita finanzieren und gelten als reiche Träger. Bei den sogenannten armen Trägern – wie etwa der Arbeiterwohlfahrt (Awo) – sind es lediglich neun Prozent. Elterninitiativen zahlen sogar nur vier Prozent.

http://cms.wz.de/polopoly/polopoly_fs/1.1259290.1362675498!/httpImage/onlineImage.jpg„Herr Kühn hat mit seiner Analyse Recht.“ Der Wichlinghauser Pfarrer Thomas Kroemer (Foto: Archiv) ist Mitglied im Aufsichtsrat des EKV und bestätigt die Einschätzung des Wuppertaler Sozialdezernenten, warum der EKV mehr Geld für seine Kindertagesstätten aufwenden muss. Kroemer macht aber auch klar. „Das ist nicht durch Misswirtschaft entstanden.“

Er erklärt, dass der EKV deswegen älteres Personal beschäftige, weil bei früheren Schließungen von Kitas jüngere Erzieherinnen gekündigt worden sind. Zudem seien auch befristete Verträge nicht verlängert worden. In der Folge seien die evangelischen Erzieherinnen heute älter.

Schuld an dem Dilemma ist laut Kroemer die schwarz-gelbe Landesregierung unter Jürgen Rüttgers (CDU), die 2007 das Gesetz Kibiz eingeführt hat. Bis dahin seien die Abrechnungen individuell und nicht über eine Pauschale erfolgt. „Die vorherige Landesregierung hat dilettiert und handwerklich schlechte Arbeit abgeliefert“, sagt er.

Für Kroemer ist der Lösungsvorschlag von Kühn ein gangbarer Weg. Er spricht sich dafür aus, Elterninitiativen die Trägerschaft zu übertragen, sofern diese der evangelischen Kirche nahe stehen. Kroemer weiß aber auch: „Für die Eltern wird es dann teurer.“

» Ein Interview mit Superintendentin Ilka Federschmidt zur Lage der evangelischen Kirche lesen Sie am Samstag in der WZ Wuppertal.

 

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