Künstler Martin Heuwold verwandelt die Brücke über die Schwesterstraße in eine bunte Attraktion.

Der Wuppertaler Graffiti-Künstler Martin Heuwold (35) an der „Lego-Brücke“. Sie wird zur Attraktion der Nordbahntrasse. Fotos (2): Mathias Kehren
Der Wuppertaler Graffiti-Künstler Martin Heuwold (35) an der „Lego-Brücke“. Sie wird zur Attraktion der Nordbahntrasse. Fotos (2): Mathias Kehren

Der Wuppertaler Graffiti-Künstler Martin Heuwold (35) an der „Lego-Brücke“. Sie wird zur Attraktion der Nordbahntrasse. Fotos (2): Mathias Kehren

Auf der Brücke Lantert: Daniel Schmidt, Norbert Ramus und Dieter-Siegmund Kuliewitz (von links) bei Verschalungsarbeiten.

Mathias Kehren, Bild 1 von 2

Der Wuppertaler Graffiti-Künstler Martin Heuwold (35) an der „Lego-Brücke“. Sie wird zur Attraktion der Nordbahntrasse. Fotos (2): Mathias Kehren

Wuppertal-Ostersbaum. Nicht nur zwischen den Stadtbahnhöfen Mirke und Ottenbruch nimmt die Nordbahntrasse Form an – auch am Ostersbaum tut sich was, hier unter Federführung der Wuppertalbewegung: Während Kräfte des zweiten Arbeitsmarktes nun die Brücke Lantert nach und nach auf Vordermann bringen (siehe Kasten), nimmt sich in der Nachbarschaft Graffiti-Künstler Martin Heuwold der vermeintlich tristen Brücke Schwesterstraße an. Sie wird im „Lego-Stil“ gestaltet – und so zu einer Attraktion über die Nordbahntrasse hinaus.

Aus tristen Betontrögen werden bunte Spielsteine

Dazu versieht Heuwold das Betonbauwerk mit Farbe – von einer Rampe der Trassenmeisterei aus und auf Grundlage eines Entwurfs, auf den ihn seine Frau Ninon Becker gebracht hat. In der Tat eignen sich die sonst schmutzig grauen Betontröge perfekt, um durch den Einsatz von Farbspray, Schablonen und Spezialwerkzeug zu riesigen Legosteinen zu werden. Der Spielzeughersteller mit Sitz in Dänemark musste sich jedenfalls nicht lange bitten lassen, grünes Licht für die Kunstaktion zu geben. Die Wuppertalbewegung finanziert sie aus eigener Kasse und lobt die Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung. „Alle waren begeistert, als sie von der Idee hörten“, freut sich „Trassen-Scout“ Lutz Eßrich beim Ortstermin an der Baustelle.

Dabei muss Heuwold mit seinen 35 Jahren für diesen Spezialauftrag das Kind im Manne gar nicht wecken: „Meine Töchter spielen mit Legosteinen“, sagt der Wuppertaler und verrät damit auch, von wem er sich die Steine für sein „Legobrücken“-Modell und dessen Computer-Entwurf ausgeliehen hat. Selbst mit den markanten „Lego-Nöppchen“ wird die Brücke Schwesterstraße versehen.

Die doppelte Attraktivität von Trasse und Lego-Brücke hat auch die Gaststätte „Musketier“ nahe der Brücke Lantert genutzt: Sie hat ein nagelneuen Hinweisschild aufgestellt, das die Ausflügler auf der Trasse auf das Lokal gleich nebenan aufmerksam macht.

Martin Heuwold hat als Graffiti-Künstler schon vielfach Farbe ins Wuppertaler Stadtbild gebracht. Seine Arbeit an der „Lego-Brücke“ wird für den Spielzeug-Hersteller dokumentiert. Mehr zu Heuwolds Arbeiten steht auf www.megx.de

Die Brücke Lantert wird bis Ende November auf Vordermann gebracht – abhängig von der Wetterlage. „Bauleiter Dieter Jozek beim Ortstermin: „Auch wir hatten hier draußen mit dem strengen Winter zu kämpfen. Bis Mai konnten wir hier leider gar nichts machen.“

Mitarbeiter des Wichernhauses und der Wuppertaler Gesellschaft für berufliche Aus- und Weiterbildung (GBA) bringen die Brücke auf Vordermann. Während sich das Team des Wichernhauses um die Treppenaufgänge kümmert, befassen sich die GBA-Mitarbeiter mit der Brücke selbst: Sie wird an der Oberseite abgedichtet und verstärk. Erneuert werden unter anderem die Brückenkappen aus Stahlbeton – unter Aufsicht von Prüf-Ingenieuren und in Absprache mit der Stadt Wuppertal. Den beteiligten Mitarbeitern bietet sich auf der Baustelle die Chance, wieder einen festen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden – etwa als Bauhelfer.

 

Leserkommentare (9)


() Registrierte Nutzer