Nach dem Todesfall bei den Eisbären wird nun über die tierschutzgerechte Haltung gestritten.

Das Areal für die Eisbären entspricht durchaus den geforderten Normen, sagt Zoo-Chef Ulrich Schürer.
Das Areal für die Eisbären entspricht durchaus den geforderten Normen, sagt Zoo-Chef Ulrich Schürer.

Das Areal für die Eisbären entspricht durchaus den geforderten Normen, sagt Zoo-Chef Ulrich Schürer.

Andreas Fischer

Das Areal für die Eisbären entspricht durchaus den geforderten Normen, sagt Zoo-Chef Ulrich Schürer.

Wuppertal. Die Reaktion der Tierschützer auf das Drama bei den Eisbären im Wuppertaler Zoo ließ nicht lange auf sich warten. Die Organisation Peta hat laut "derwesten.de" bei 70 Prozent der in Zoos gehaltenen Eisbären Verhaltensstörungen ausgemacht und fordert, die Tiere generell aus den Parks zu verbannen. Auch die Wuppertaler Haltungsbedingungen werden von Tierschützern als zu eng bezeichnet.

Raumangebot liegt über den Mindestanforderungen

Stimmt das? Zoo-Direktor Ulrich Schürer hält mit in- und ausländischen Normen dagegen. Das Eisbärengehege aus dem Jahr 1991 liege beim Raumangebot über den aktuellen Mindestanforderungen. Das kleine Nebengehege sei dazu nicht einmal erforderlich, werde aber in Wuppertal dazu genutzt, die Eisbären bei Bedarf zu trennen oder Ruheräume zu schaffen.

Insgesamt stehen den Eisbären in Wuppertal etwa 500 Quadratmeter Auslauf- und Wasserfläche zur Verfügung. Das ist weniger als in der nagelneuen Zoom-Erlebniswelt in Gelsenkirchen, wo es 1700 Quadratmeter sind.

Das Eisbär-Gehege an der Hubertusallee erfüllt laut Schürer aber alle Auflagen, weshalb die Wuppertaler mit den Eisbären auch Teil des europäischen Haltungszuchtprogramms sind. Und das mit Erfolg. Züchtungen aus Wuppertal leben heute unter anderem in den USA und Japan. "Gelungene Nachzuchten sind der entscheidende Hinweis, ob die Tiere tierschutzgerecht gehalten werden", weiß Schürer.

Erweiterung würde bis zu vier Millionen Euro kosten

Allerdings hat die jetzt offenbar an einer Leberschädigung verstorbene Jerka keinen Nachwuchs zur Welt gebracht. Eine Nachfolgerin soll es laut Schürer auf jeden Fall geben. "Aber erst müssen wir abwarten, bis Lars wieder gesund ist. Dann schauen wir uns nach einer neuen Eisbärin um", erklärt Schürer. Der ebenfalls erkrankte Lars soll schon bald wieder für Besucher zu sehen sein.

Die neue Großkatzenanlage des Wuppertaler Zoos gilt als vorbildlich. Allein das Löwengehege ist mit einem Hektar Fläche den meisten anderen Zoos weit voraus. Finanziert wurden Tiger- und Löwenrevier (12 Millionen Euro) vorwiegend aus Mitteln der Regionale 2006.

Grundsätzlich könnte sich auch Schürer eine Erweiterung der Eisbär-Anlage vorstellen: "Größer ist immer besser." Dies wurde sogar schon einmal durchgerechnet und würde bis zu vier Millionen Euro kosten. Geld, das allerdings bisher niemand hat.

Schon die nächste Investition - eine neue Außenanlage für die Bonobos für eine Million Euro - steht trotz fortgeschrittener Planung unter dem Finanzierungsvorbehalt der Stadt. Und das, obwohl der Zoo die Hälfte der Kosten mit Hilfe des Zoo-Vereins aus Drittmitteln aufbringen kann

 

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