Ein langjähriger GWG-Mitarbeiter soll beim Manipulieren einer Ausschreibung über Gartenpflege und Winterdienst beteiligt gewesen sein. Er bestreitet die Vorwürfe.

Wuppertal. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen drei Gartenbau-Unternehmen im bergischen Land und einen Teamleiter der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG). Der Vorwurf: Untreue und Vorteilsannahme. Laut Staatsanwaltschaft soll der GWG-Mitarbeiter in diesem Frühjahr beim Manipulieren einer Ausschreibung über die Gartenpflege und den Winterdienst an GWG-Objekten beteiligt gewesen sein.

Polizei beschlagnahmt kartonweise Akten und mehrere Laptops

Die drei beschuldigten Gartenbauer hätten sich so untereinander abgesprochen, dass der Vertrag nicht für 160.000  Euro, sondern für 200.000  Euro vergeben wurde. Als Gegenleistung sei dem GWG-Mann der heimische Garten gemacht worden - kostenfrei.

Gestern durchsuchten 30 Polizeibeamte und vier Mitarbeiter der städtischen Antikorruptionsstelle die beschuldigten Gartenbauer in Remscheid und Wuppertal, den GWG-Sitz an der Hoeftstraße und das Privathaus des GWG-Teamleiters in Wuppertals Nachbarschaft. 15 Umzugskartons mit Geschäftsunterlagen und mehrere Laptops seien beschlagnahmt worden.

Noch am Vormittag stellte die GWG den langjährigen Mitarbeiter - er ist seit mehr als 20  Jahren für die städtische Tochter tätig - frei. Damit wolle man die Ermittlungen unterstützen, den Mitarbeiter aber keinesfalls vorverurteilen. Der Mann habe die Vorwürfe gegenüber der Geschäftsleitung zurückgewiesen. An besagter Ausschreibung sei er nicht beteiligt gewesen. Die GWG bestätigte gestern auf WZ-Nachfrage, dass die in Rede stehende Ausschreibung von einer externen Ingenieursgesellschaft ausgeführt worden sei. Die Ermittlungen dauern an.

Die GWG ist eine 75prozentige Tochter der Stadt. Sie hat 120 Mitarbeiter und etwa 6000 Wohnungen im Bestand.

Der Beschuldigte ist als Teamleiter für die Hausmeister und Haustechniker (etwa 20 Mitarbeiter) zuständig. Laut GWG gehört er nicht zur Geschäftsführung.

In der in Rede stehenden Ausschreibung soll es auch um den Winterdienst gegangen sein. Laut Staatsanwaltschaft sei durch Manipulation und Absprache der Meter 39 Cent statt für marktübliche 25 Cent berechnet worden. spa

 

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