Die Bezirksvertretung stimmt nach kontroverser Sitzung für die umstrittene Strecke. Nach einem Jahr wird Bilanz gezogen.

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Großbild Uwe Schinkel

Ein Mountainbiker (mit Sondergenehmigung) auf der Piste im Kothener Busch. (Archiv

Kothen. Die Downhillstrecke im Kothener Busch kommt: Die Barmer Bezirksvertretung, deren Zustimmung noch fehlte und die vor der Sommerpause die Entscheidung zurückgestellt hatte, um erst noch eine Bürgeranhörung stattfinden lassen zu können, hat jetzt grünes Licht gegeben. Nur die Abgeordneten der SPD stimmten gegen das Projekt.

Nicht die Downhillstrecke selbst vom Buschland zu den Kleingärten sei das Problem, meinen die SPD-Vertreter, sondern die Sicherung der An- und Abfahrt zur Strecke. Vermutung der Sozialdemokraten: Die Biker werden künftig nicht mit dem Bus, wie von der Verwaltung erhofft, sondern mit dem Rad anreisen - und könnten dabei dann doch Spaziergängern in die Quere kommen. Und wenn die Biker stattdessen mit dem Auto kämen, drohten am Kothen sogar noch Parkplatz-Probleme.

Besser wäre es aus Sicht der SPD gewesen, Alternativ-Strecken etwa am Scharpenacken zu prüfen. Und Vertreter Sedat Ugurman bemängelte, dass der BV nichts Schriftliches vorliege - nicht mal der Vertrag der Verwaltung mit dem Verein Adler Lüttringhausen, der die Strecke betreuen soll. Ugurmann: "Wir kaufen die Katze im Sack."

"Das ist eine Chance für Euch. Nutzt sie, sonst ist die Strecke wieder weg."

Ilona Schäfer (Grüne) in Richtung der Mountainbiker.

Der SPD-Antrag auf erneute Vertagung der Entscheidung wurde dennoch abgelehnt. Die Befürworter der Downhillstrecke im Kothen hielten die bekannten Argumente dagegen, dass die Biker am Kothen mit der neuen Piste von diversen illegalen auf eine geregelte Strecke geführt würden und dass Barrieren an Wegkreuzungen die Gefahr für Passanten verringern würden. Zudem habe der Verein Adler Lüttringhausen versichert, für die Einhaltung der Regeln auf der Strecke zu sorgen wollten. Zudem solle die Strecke ja befristet für ein Jahr zur Probe erreichtet werden.

Entsprechend appellierte Ilona Schäfer (Grüne) in Richtung der Mountainbiker: "Das ist eine Chance für Euch. Nutzt sie, sonst kommt die Strecke wieder weg." Zudem müsse zwingend eine Beschwerde-Telefonnummer eingerichete werden, unter der sich Anwohner melden können, wenn es Probleme mit den Radlern geben sollte. Weiter bittet sich die BV aus, nach Ablauf des Probejahres und vor einer eventuellen Vertragsverlängerung (Ende 2011) erneut gehört zu werden. Zu den Anwohnern, von denen knapp 20 die BV-Sitzung verfolgten, sagte Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke (CDU): "Wenden Sie sich an die Bezirksvertretung, wenn auf der Strecke nicht alles so läuft, wie es soll."

Erst am Montagabend hatten sich bei einer Bürgerversammlung des Vereins Kothener Freunde viele Anwohner gegen die Strecke ausgesprochen, weil sie rücksichtsloses Fahren der Mountainbiker befürchten. In der Biker-Szene kamen in den letzten Wochen mehr als 1500 Unterschriften für die Strecke zusammen.

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