Sinfoniker Martin Roth spricht über seine große Leidenschaft: die Violine. Die WZ startet mit ihm eine neue Serie.

Fototermin an einem besonderen Ort: Um zu zeigen, dass Sinfoniker nicht im Elfenbeinturm spielen, sondern mitten im Leben stehen, nahm Martin Roth nicht etwa Platz auf der Konzertbühne – sondern in der Schwebebahn.
Fototermin an einem besonderen Ort: Um zu zeigen, dass Sinfoniker nicht im Elfenbeinturm spielen, sondern mitten im Leben stehen, nahm Martin Roth nicht etwa Platz auf der Konzertbühne – sondern in der Schwebebahn.

Fototermin an einem besonderen Ort: Um zu zeigen, dass Sinfoniker nicht im Elfenbeinturm spielen, sondern mitten im Leben stehen, nahm Martin Roth nicht etwa Platz auf der Konzertbühne – sondern in der Schwebebahn.

Andreas Fischer

Fototermin an einem besonderen Ort: Um zu zeigen, dass Sinfoniker nicht im Elfenbeinturm spielen, sondern mitten im Leben stehen, nahm Martin Roth nicht etwa Platz auf der Konzertbühne – sondern in der Schwebebahn.

Herr Roth, im Orchester ist die Geige bestens vertreten. Was unterscheidet die 1. Violine von der 2. Violine?

Martin Roth: Die Stimme der 1. Violine ist zu vergleichen mit der Sopranstimme in einem Chor, sie ist also insgesamt exponierter. Wenn in den 1. Violinen die Melodie erklingt, übernimmt die 2.Violine eine oft begleitende, aber nicht minder reizvolle Stimme.

Als 2. Violine sind Sie seit 2005 im Wuppertaler Sinfonieorchester engagiert. Wie viele Geigen haben Sie bisher durch Ihr musikalisches Leben begleitet?

Roth: Inzwischen spiele ich auf dem sechsten Instrument.

„Es ist ganz wichtig, gerade am Anfang einen guten Lehrer zu finden.“

Woran erkennt man eine gute Geige?

Roth: Zunächst einmal an der Qualität der verwendeten Materialien – etwa an hochwertigem Holz und dessen kunstvoller Verarbeitung. Eine gute Geige stammt aus den Händen eines gelernten und erfahrenen Geigenbauers. Maßgeblich geprägt wurde dieses Kunsthandwerk in Italien, wo vor mehr als 300 Jahren der wohl bekannteste Meister – Antonius Stradivarius – die ideale Form einer Geige erschuf. Bei der Beurteilung eines Instruments spielen wichtige Eigenschaften eine zentrale Rolle, beispielsweise die klangliche Ausgewogenheit und die Tragfähigkeit in einem großen Konzertsaal – dazu gehört vor allem auch, wie der Spieler seine musikalischen Vorstellungen darauf verwirklichen kann.

Welche Vorzüge haben alte Geigen gegenüber neuen – oder umgekehrt?

Roth: Alte Geigen haben oft einen einzigartigen Klang. Das liegt vor allem an den alten Hölzern, die es in dieser Qualität heute nicht mehr gibt. Neue Instrumente müssen zudem erst eingespielt werden, was tatsächlich einige Jahre dauert.

Wann wussten Sie, dass die Musik mehr als eine Leidenschaft ist und aus der Berufung ein Beruf werden sollte?

Roth: Das war bei einem Jugendkonzert des Sinfonieorchesters des Hessischen Rundfunks in der Alten Oper Frankfurt, als ich als Schüler eine Mahler-Sinfonie hörte. Das hatte mich so begeistert, dass ich die Laufbahn eines Orchestermusikers einschlagen wollte.

Serie: Die sinfoniker und ihre instrumente (1)

Welches Stück könnten Sie immer und immer wieder spielen?

Roth: Ein einziges Stück würde mir da nicht reichen. Ich schätze natürlich die großen symphonischen Meister wie Haydn, Beethoven oder Bruckner, kann mich aber neben der breitgefächerten Opernliteratur auch für zeitgenössische Musik begeistern.

Die Violine gehört zu den gefragtesten Instrumenten. Was raten Sie Eltern: Was sollten Nachwuchsmusiker mitbringen, wenn sie sich in die Gruppe aktiver Geiger einreihen möchten?

Roth: Dazu gehören viel Fleiß und Geduld. Ein Streichinstrument zu erlernen bedeutet jahrelanges und stetiges Üben und sollte bereits in der Kindheit begonnen werden. Es ist ganz wichtig, gerade am Anfang einen guten Lehrer zu finden. Natürlich gehört zu einer guten Ausbildung auch ein entsprechend gutes Instrument. Entscheidend für einen zukünftigen Orchestermusiker ist dann aber auch, wie er sich in eine Gruppe und ins gesamte Orchester einfügen kann.

Was sagen Ihre Nachbarn zu Ihrem Beruf?

Roth: „Kann man damit Geld verdienen?“ Spaß beiseite: Immer wieder lerne ich Menschen kennen, die sich nicht vorstellen können, dass man Musik studiert und damit seinen Lebensunterhalt bestreiten kann.

Das können Sie offensichtlich. Im Ernst also: Auf welches der anstehenden Konzerte freuen Sie sich am allermeisten?

Roth: Ich freue mich schon sehr auf das Konzert am 2. Februar, bei dem wir in der Stadthalle die „Bilder einer Ausstellung“ gemeinsam mit unseren Abonnenten aufführen. Außerdem natürlich auf die beiden Open-Air-Konzerte im Juli auf dem Laurentiusplatz.

 

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