Schauspielerin Ingeborg Wolff lernte ihren Mann bei der Arbeit kennen – als Inspizient sorgte er für den richtigen Ablauf.

Wer nicht gerne in die Luft geht, kann keine größere Liebeserklärung formulieren: „Mit dir würde ich sogar fliegen“, sagt Ingeborg Wolff und drückt ihren Mann Peter Lütke-Wolff fest an sich. Keine Frage: Die Schauspielerin und der Inspizient sind ein Paar, das sich gegenseitig Wärme, Halt und Kraft gibt.
Wer nicht gerne in die Luft geht, kann keine größere Liebeserklärung formulieren: „Mit dir würde ich sogar fliegen“, sagt Ingeborg Wolff und drückt ihren Mann Peter Lütke-Wolff fest an sich. Keine Frage: Die Schauspielerin und der Inspizient sind ein Paar, das sich gegenseitig Wärme, Halt und Kraft gibt.

Wer nicht gerne in die Luft geht, kann keine größere Liebeserklärung formulieren: „Mit dir würde ich sogar fliegen“, sagt Ingeborg Wolff und drückt ihren Mann Peter Lütke-Wolff fest an sich. Keine Frage: Die Schauspielerin und der Inspizient sind ein Paar, das sich gegenseitig Wärme, Halt und Kraft gibt.

Uwe Schinkel

Wer nicht gerne in die Luft geht, kann keine größere Liebeserklärung formulieren: „Mit dir würde ich sogar fliegen“, sagt Ingeborg Wolff und drückt ihren Mann Peter Lütke-Wolff fest an sich. Keine Frage: Die Schauspielerin und der Inspizient sind ein Paar, das sich gegenseitig Wärme, Halt und Kraft gibt.

Wuppertal. „Mit dir würde ich sogar fliegen.“ Ingeborg Wolff schaut ihren Mann an, als könnte die Reise gleich losgehen – dabei ist die Schauspielerin „am liebsten zu Hause“. Und Peter Lütke-Wolff? Der 63-Jährige hat lange Zeit ein Leben aus dem Koffer geführt und lächelt liebevoll zurück – wohl wissend, dass sich Gegensätze anziehen.

„Wir haben große Gemeinsamkeiten, es gibt aber auch große Fallhöhen“, erklärt er. Das fängt bei der Urlaubsplanung an („Sie möchte an die Nordsee, ich nach Italien“), geht über klimatische Differenzen („Ich mag es warm, meine Frau mag auch die Kälte“) und endet noch lange nicht bei klangvollen Präferenzen: „Meine Frau hört gerne Klassik. Aber mit Arien, die ich nicht verstehe, kann ich wenig anfangen .“ Auch geistliche Chormusik trifft nicht wirklich den Geschmack des Hardrock-Kenners, der sich bei Pink Floyd und Psychedelic Rock bestens auskennt. „Die Welle ist damals vollkommen an mir vorbeigegangen“, sagt Ingeborg Wolff schmunzelnd. „Zu der Zeit habe ich französische Chansons gehört.“

Serie: Wuppertaler Künstlerpaare (11)

Und es gibt ein weiteres erstaunliches Bekenntnis: Das Paar, das seit Jahrzehnten gemeinsam durchs Leben geht, lernt sich derzeit noch einmal von einer ganz neuen Seite kennen. Denn seitdem Ingeborg Wolff offiziell aus dem Rampenlicht – sprich dem Ensemble der Wuppertaler Bühnen – verabschiedet und in den (Un-)Ruhestand entlassen wurde, ticken die Uhren anders.

Immerhin hat sich inzwischen auch ihr Mann vom aktiven Inspizienten-Dasein am Tanztheater Wuppertal verabschiedet. „Er schaut aber abends immer noch um 18.30 Uhr auf die Uhr und sagt, was jetzt gerade im Theater alles passiert und passieren müsste“, verrät Ingeborg Wolff augenzwinkernd. Und auch dies resümiert sie mit einem Schmunzeln: „Wir sind jetzt mehr zusammen als unser ganzes Leben zuvor.“

Das liegt hauptsächlich daran, dass Peter Lütke-Wolff die Bühnenluft genauso liebt wie seine Frau, im Gegensatz zu ihr aber keine Flugangst hat. Als Inspizient hat er Pina Bausch und ihr Ensemble rund um die Welt begleitet: „Peter war immer mit dem Koffer unterwegs.“ 56 Großstädte hat er während der Tourneen kennengelernt – weltweit.

„Er war immer die gute Seele einer Produktion.“

Ingeborg Wolff über ihren Mann.

Auch wenn die 69-Jährige offiziell in den Ruhestand verabschiedet wurde, ist sie nach wie vor an den Wuppertaler Bühnen aktiv. Als Gast ist sie derzeit in der „Bluthochzeit“ zu sehen: Die nächste Aufführung im Opernhaus beginnt morgen um 19.30 Uhr. 1979 war Wolff zum ersten Mal nach Wuppertal gekommen, wo sie auch ihren Mann kennenlernen sollte. 1981 ging sie nach Frankfurt in die freie politische Theaterszene. Mit einem Projekt zum Thema Arbeitslosigkeit zog sie ein Jahr lang durch Deutschland. 1983 kam sie nach Recklinghausen zu den Ruhrfestspielen. 1992 wechselte Wolff erneut fest ins Wuppertaler Ensemble. Inzwischen führt sie auch regelmäßig im TiC-Theater Regie.

Der 63-Jährige war unter anderem Inspizient an den Wuppertaler Bühnen und am Tanztheater Wuppertal. Ein Inspizient ist der Hauptkoordinator einer Theatervorstellung. Dazu gehört vor allem, dass er während der Aufführung Schauspieler, Sänger oder Tänzer zu ihren Auftritten einruft. Er gibt Bühnentechnikern Zeichen für Umbauten, sagt Beleuchtern den Zeitpunkt für einen Wechsel der Lichtstimmung an und gibt Tontechnikern den Einsatz für Einspielungen vor.

Die Liebe zum Theater verbindet sie. Was aber unterscheidet sie? Ein Beispiel: „Peter wollte früher mit dem Rucksack am liebsten zum Flughafen fahren und hätte ein Last-Minute-Angebot gebucht“, sagt Wolff. „Ich hingegen muss wissen, wohin die Reise geht, und ein Ziel haben.“
 

Wo es am schönsten war? „Von außen betrachtet in Sydney – das Opernhaus ist gigantisch. Was das Innere betrifft, sind vor allem das Bolschoi-Theater in Moskau und das Teatro San Carlo in Neapel faszinierend.“

Mit beiden könnte man stundenlang über Gott und die (Theater-)Welt sprechen, tiefsinnig philosophieren oder einfach „nur“ angeregt plaudern. Dabei steht ja noch die Frage aller Fragen im Raum: Wie haben sich die beiden überhaupt kennengelernt? „Erzähl du“, meint Peter Lütke-Wolff lächelnd, „ich höre zu und berichtige dann.“ Das wiederum, ergänzt Ingeborg Wolff, sei auch beim Textlernen so gewesen. „Ich habe Peter oft gebeten, meine Texte abzuhören. Hat er dann aber eine Anmerkung gehabt, habe ich gesagt: Einen Regisseur habe ich schon . . .“

Ruhestand als Neubeginn: Das Paar entdeckt den gemeinsamen Alltag

Zurück zum ersten Treffen also: „Es war ein kalter Abend im Theater an der Gathe“, erinnert sich die 69-Jährige. „Ich stand kurz vor der Aufführung fröstelnd hinter der Bühne. Die Hände waren kalt, ich war aufgeregt. Peter war der Inspizient, er breitete die Arme aus und sagte: ,Komm unter meine Fittiche.’ Er verbreitete eine große Wärme – nicht nur in meinen Händen, auch in meinem Herzen.“ Zumal ihr der Hauptkoordinator der Vorstellung schon vorher aufgefallen war. „Er rief so sensibel ein. Man folgt dieser Stimme gerne.“ Als er sie dann auch noch mit offenen Armen empfing, stellte die Schauspielerin beherzt fest, „dass er nicht nur eine tolle Stimme, sondern auch warme Hände hat“.

Dass die beiden später gemeinsam Solo-Programme für Ingeborg Wolff schrieben und Peter Lütke-Wolff die Abende teilweise auch selbst inszenierte, schien da wohl nur die logische Konsequenz zu sein. Inzwischen hat die 69-Jährige ihr Pensum an Auftritten, Lesungen und Regiearbeiten allerdings reduziert, weil sie eine ganz private Herausforderung hat: „Es ist schön, nach all den Jahren jetzt den gemeinsamen Alltag kennenzulernen.“

Und auch wenn Peter Lütke-Wolff nach wie vor am liebsten am Gardasee campen möchte, gibt es ein ganz anderes Reiseziel: Leipzig ruft. Denn dort lebt die gemeinsame Tochter Claire (28). Und auch Enkel Jakob (fast 2) freut sich auf Oma und Opa, die sich gerade neu entdecken.

 

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