Von Stefan Melneczuk
Die Lage auf den Talsperren hat sich zum Wochenende hin zugespitzt, doch viele Spaziergänger ignorieren nach wie vor die Warnschilder.
Am Wochenende werden bei Ausflugswetter viele Spaziergänger auch an den Seen in Wuppertal erwartet. So verlockend das Eis dort ist – es darf unter keinen Umständen betreten werden, wie hier in Beyenburg. Wer zum Eislaufen will, kann das auf Wuppertals einziger Eisbahn in Vohwinkel (S. 22) tun.
Beyenburg. Der Wupperverband und die Feuerwehr warnen noch einmal mit Nachdruck davor, Eisflächen auf Talsperren, Seen und Teichen zu betreten. „Es besteht Lebensgefahr“, erklärt Verbandssprecherin Monika Ebers auf WZ-Nachfrage. Mit Sorge beobachte man, dass viele Spaziergänger die Warnschilder bewusst ignorieren und selbst gegenüber Mitarbeitern, die sie darauf hinweisen, keine Einsicht zeigen. Das sei ein schlechtes Vorbild für Kinder, die die Gefahr noch nicht einschätzen können.
Feuerwehr: Im schlimmsten Fall müssen Tote geborgen werden
Und gerade sie wird mit jedem Temperaturwechsel größer und sei er auch noch so gering: Weil sich der Wasserstand unter dem Eis ständig ändert, können sich Hohlräume bilden, die auf einen Schlag einbrechen. „Und das ist unabhängig von der Fläche und Dicke der Eisschicht“, betont der Verband: Wenn das Eis nicht auf der Wasserfläche aufliegt, werde es besonders gefährlich und sei beim Betreten eines Gewässers in keiner Weise einzuschätzen.
Die gleiche Sorge hat die Feuerwehr – etwa mit Blick nach Beyenburg, Ronsdorf , die Wuppertalsperre oder die Bever. „Im Ernstfall geht es um jede Sekunde“, unterstreicht Feuerwehrsprecher Andreas Steinhard im Gespräch mit der WZ. Die freiwilligen Einheiten in den Stadtteilen sowie die Berufsfeuerwehr seien zwar vorbereitet – aber schlimmstenfalls gehe es darum, Leichen aus dem Wasser zu bergen: „Und das will niemand.“
Bei Ausflugswetter werden gerade an diesem Wochenende etliche Spaziergänger an den Talsperren und Stauseen erwartet – und bei Sonnenschein kann das Eis schnell antauen. Dem Wupperverband bleiben nur Kontrollfahrten und -gänge, um an die Vernunft der Spaziergänger zu appellieren. Was jedem Leichtsinnigen ebenfalls zu denken geben sollte: Auf den heimischen Gewässern werden die Eisstärken nicht gemessen, so dass selbst der Wupperverband nicht sagen kann, wie dick das Eis ist. Gewarnt wird auch davor, Nachrichtenbilder aus anderen Regionen – mit konstanten Gewässern wie die Binnenalster in Hamburg – auf den See vor der Haustür zu übertragen: Wer das Eis dennoch betritt, spielt mit seinem Leben.
Der November 2011 war der bislang trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1901. Auch das Frühjahr war deutlich zu trocken. Einiges deutet darauf hin, dass sich das fortsetzt: Abgesehen von Minusgraden war es in den vergangenen Wochen erneut sehr trocken. Mit konkreten Zahlen ist im März zu rechnen. Tatsache ist, dass sich zu wenig Niederschlag – Regen oder Schnee – zwangsläufig auch auf den Wasserstand in den Talsperren auswirkt. mel



