Rektor Lambert T. Koch bittet OB Peter Jung, die Genehmigung zu überdenken. Heftige Kritik der jüdischen Gemeinde an der Stadtverwaltung.

Unihalle
Großbild Uwe Schinkel

Wuppertal. Der Protest gegen die umstrittene Konferenz der Palästinenser in der Wuppertaler Uni-Halle nimmt erheblich zu. Lambert T. Koch, Rektor der Bergischen Uni, hat Oberbürgermeister Peter Jung am Montag aufgefordert, die Genehmigung für die Tagung – zu der bis zu 5000 Gäste erwartet werden – noch einmal zu überdenken.

Nachhaltiger Imageverlust für die Bergische Universität

Der Rektor argumentiert, dass er einen „nachhaltigen Imageverlust“ für die Uni befürchtet, weil in der Öffentlichkeit kaum bekannt sei, dass die Uni-Halle von der Stadt und eben nicht der Uni bewirtschaftet werde. Zudem sieht Koch die Gefahr, dass die Freundschaft zur israelischen Partnerstadt Beer Sheva beschädigt werden könnte.

Sollten zu der Tagung, wie befürchtet, Anhänger und Mitglieder der radikal-islamischen Hamas erscheinen, sei mit heftigen Reaktionen aus der Bevölkerung zu rechnen. Aus diesem Grund fürchtet die Hochschulleitung, dass die Sicherheit der Studenten auf dem Campus Grifflenberg nicht gewährleistet ist.

Leonid Goldberg, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Wuppertal, zeigte sich angesichts der Genehmigung für die Tagung fassungslos. „Ich schäme mich für Wuppertal“, sagte er der WZ. Laut Goldberg weise der Verfassungsschutzbericht des vergangenen Jahres aus Berlin – dort fand die Konferenz 2010 statt – nach, dass einer der Veranstalter, das „Palestinian Return Center“, eine der Hamas nahestehende Organisation sei.

„Ich schäme mich für Wuppertal.“

Leonid Goldberg, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde

„Dass die Stadt Wuppertal die Uni-Halle an Terroristen vermietet, ist ein Unding. Mir fehlen die Worte. Diese Leute haben sich die Vernichtung des Staates Israel auf die Fahnen geschrieben“, sagt Goldberg.

Arno Gerlach, Vorsitzender des Freundeskreises Beer Sheva, erklärte, dass er nichts gegen eine Versammlung von Palästinensern in Wuppertal habe und sprach sich ausdrücklich für die Versöhnung von Israelis und Palästinensern aus. Sollten jedoch Hamas-Mitglieder in Wuppertal erscheinen, gehöre die Veranstaltung abgesagt.

Gerlach erklärte, dass er derzeit in Kontakt mit der israelischen Botschaft stehe. Seiner Einschätzung nach gibt es Hinweise, dass zwei Hammas-Mitglieder in Wuppertal erscheinen könnten, die in Israel als Terroristen gesucht würden. red

Leserkommentare (31)