Wer für sein Kleinkind einen Kita-Platz sucht, muss in Wuppertal vor allem eins: schnell sein. Denn auch der Rechtsanspruch hilft Eltern nur bedingt.

Selbst bei einer erfolgreichen Klage dürfte es es für Wuppertaler Eltern ab August 2013 schwierig werden, einen Betreuungsplatz für ein unter dreijähriges Kind in einer Kita zu bekommen. Denn die Stadt kann auch dann unter Umständen nur ein Angebot für eine Betreuung bei Tageseltern machen.
Selbst bei einer erfolgreichen Klage dürfte es es für Wuppertaler Eltern ab August 2013 schwierig werden, einen Betreuungsplatz für ein unter dreijähriges Kind in einer Kita zu bekommen. Denn die Stadt kann auch dann unter Umständen nur ein Angebot für eine Betreuung bei Tageseltern machen.

Selbst bei einer erfolgreichen Klage dürfte es es für Wuppertaler Eltern ab August 2013 schwierig werden, einen Betreuungsplatz für ein unter dreijähriges Kind in einer Kita zu bekommen. Denn die Stadt kann auch dann unter Umständen nur ein Angebot für eine Betreuung bei Tageseltern machen.

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Selbst bei einer erfolgreichen Klage dürfte es es für Wuppertaler Eltern ab August 2013 schwierig werden, einen Betreuungsplatz für ein unter dreijähriges Kind in einer Kita zu bekommen. Denn die Stadt kann auch dann unter Umständen nur ein Angebot für eine Betreuung bei Tageseltern machen.

Wuppertal. Benjamin sitzt vergnügt in seinem Zimmer und spielt mit einem Stofftier. Ob er nächstes Jahr einen Platz in einer Kindertagesstätte bekommt, interessiert den Einjährigen herzlich wenig. Ganz anders geht es da seiner Mutter Eva Rumpf. Sie arbeitet wieder und hofft auf einen der begehrten Unter-Dreijährigen-Plätze (U3) ab nächstem Sommer. Ihre Chancen stehen gut, sollte man meinen – immerhin gibt es ab dem 1. August 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für alle Kinder ab einem Jahr. Notfalls könnte man diesen Anspruch auch einklagen.

„Kinder ab drei Jahren werden bevorzugt aufgenommen.“

Cornelia Weidenbruch, Leiterin des Stadtbetriebs Tageseinrichtungen, über die städtischen Aufnahme-Richtlinien.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Von den Kosten, die eine Klage verursacht, ganz abgesehen, ist dieser Weg meist zeitlich nicht kalkulierbar. Darüber hinaus könnte das Ergebnis des Verfahrens drastisch von den Vorstellungen der Eltern abweichen. „Natürlich kann man klagen. Und wenn die Eltern dann irgendwann im Laufe des Kindergartenjahres ein Urteil erwirkt haben, machen wir direkt ein Angebot“, erklärt Sozialdezernent Stefan Kühn auf Anfrage der WZ.

Per Klage in die Wunsch-Kita? Das dürfte meist nicht klappen

„Aber das ist lediglich ein Angebot für einen Betreuungsplatz, nicht für einen Kita-Platz. Wir müssen gucken, wo etwas frei ist oder wo ein Überbelegungsplatz geschaffen werden kann. Das kann irgendwo in Wuppertal sein oder bei einer Tagesmutter.“ Kurzum: Die Möglichkeit, mittels Klage im Wunschkindergarten aufgenommen zu werden, ist schwindend gering.

Tipp für Eltern: Kinder frühzeitig in mehreren Einrichtungen anmelden

Was also können Eltern tun, um die Kinderbetreuung langfristig planen zu können? Nicht viel, wird im Gespräch mit Cornelia Weidenbruch, Leiterin des Stadtbetriebs Tageseinrichtungen für Kinder, klar: „Jede Einrichtung hat Aufnahmerichtlinien. Bei unseren städtischen Einrichtungen sind sie immer gleich. So zählt vorrangig das Anmeldedatum. Außerdem werden Kinder ab drei Jahren bevorzugt aufgenommen. Aber die Freien Träger haben ihre eigenen Richtlinien.“

So spielt bei kirchlichen Einrichtungen meist die Konfession eine Rolle. Elterninitiativen wünschen sich häufig eine aktive Beteiligung der Eltern am Kindergartenleben. Sich rechtzeitig zu informieren, wo der jeweilige Kindergarten seine Schwerpunkte setzt, ist eine wichtige Voraussetzung, um hinterher nicht enttäuscht zu werden. Denn nur die Stadt schreibt Eltern an, denen sie keinen Platz anbieten kann.

Ein Kind zählt dann zur Gruppe der Unter-Dreijährigen (U3), wenn es am 1. November eines Kindergartenjahres das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Analog dazu gelten Einjährige, die bis November zwei Jahre alt werden, am 1. August rechnerisch als Zweijährige.

Der Elternbeitrag richtet sich nach dem Alter der Kinder, dem vertraglich vereinbarten Betreuungsumfang und dem Familieneinkommen. Sind Geschwisterkinder zur gleichen Zeit in einer Betreuung im Kindergarten, einer Tagespflege oder einer Offenen Ganztagsgrundschule, so ist nur für ein Kind ein Beitrag zu zahlen. Das letzte Jahr vor dem Beginn der Schulpflicht ist in Nordrhein-Westfalen beitragsfrei – auch für Geschwisterkinder.

Die Stadt Wuppertal hat bereits mehrfach angekündigt, dass sie auch ab August 2013 nicht in der Lage sein wird, allen Eltern, die einen U-3-Betruungsplatz suchen, diesen anbieten zu können. Aktuell kann die Stadt nur für 11,6 Prozent aller unter Dreijährigen einen Betreuungsplatz anbieten und ist damit NRW-Schlusslicht. Zum 1. August 2013 soll die Quote laut Stadt immerhin bei 50 Prozent aller Zweijährigen liegen.

Um die Zahl der Kita-Plätze zu erhöhen, verkauft die Stadt Grundstücke an Investoren. Diese müssen dort Kindertagesstätten schaffen. Das Vergabeverfahren beginnt Anfang 2013. Bei den Grundstücken handelt es sich nach WZ-Informationen um Standorte in Oberbarmen, Barmen, Heckinghausen sowie Uellendahl-Dönberg.

„Freie Träger verschicken meist keine Absagen. Dann haben wir das Problem, dass manche Familien vergeblich darauf warten, aufgenommen zu werden. Wenn das Kind vier Jahre alt ist, stellen sie fest, dass es immer noch nicht im Kindergarten ist“, weiß Cornelia Weidenbruch aus Erfahrung. Deshalb rät sie, das Kind so früh wie möglich in mehreren Einrichtungen anzumelden. Die Planungen für das neue Kindergartenjahr beginnen im November. Bis zum Frühjahr werden die Eltern in der Regel über die Aufnahme informiert.

Bei Absagen zeigt die Stadt Alternativen auf

Wer im April noch nichts gehört hat, sollte in seiner Wunsch-Kita nachfragen und sich spätestens bei einer Ablehnung Alternativen überlegen. Die werden von den städtischen Kindergärten übrigens direkt mitgeschickt: „Wir zeigen auf, in welchen Einrichtungen noch Plätze frei sind. Außerdem bieten wir Beratungen zum Beispiel zu Tagespflegepersonen an“, erläutert die Stadtbetriebsleiterin. Das sind grundsätzlich genau die Leistungen, die die Stadt auch bei erfolgreicher Klage erbringen würde. Eva Rumpf bleibt also nur die Hoffnung, dass Benjamin direkt einen Kita-Platz erhält.

 

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