Zweitligist Bergischer HC spricht sich – wie viele Vereine – deutliche gegen eine Verkleinerung der Eliteklasse aus.

Düsseldorf. Kurz vor Beginn der Handball-Weltmeisterschaft hat sich Bundestrainer Martin Heuberger wieder einmal für eine Reduzierung der Handball-Bundesliga ausgesprochen. „Ich glaube, dass wir keine Bundesliga mit 18 Klubs brauchen. 16 Vereine wären völlig ausreichend“, sagte Heuberger in einem Interview.

Seine Absicht ist, die hohe körperliche Belastung der Spieler zu reduzieren – vor allem derjenigen, die über die Bundesliga hinaus durch Europapokal- und Nationalmannschaftseinsätze zusätzliche Pflichtspiele absolvieren müssen. Auch hier müsse das Programm verringert werden, fordert Heuberger.

„Wir teilen die Meinung, dass die Spieler der Bundesliga-Spitzenmannschaften einer permanenten körperlichen Überlastung ausgesetzt sind. Das ist momentan viel zu viel“, kommentiert der neue BHC-Geschäftsführer Jörg Föste den Standpunkt des ambitionierten Zweitligisten aus dem Bergischen Land.

Eine Verkleinerung der ersten Liga lehnt er aber – wie viele andere – vehement ab. „Im Sinne der Attraktivität des Handballsports in Deutschland ist es wünschenswert, dass möglichst viele Regionen über einen Erstligisten verfügen. Das wäre bei 16 oder weniger Mannschaften noch schwieriger, als es schon ist“, begründet Föste seine Ablehnung und fügt hinzu: „An den vier Spielen, die man dann einsparen würde, liegt es ohnehin nicht. Es geht vielmehr um die Termine des internationalen Terminkalenders. Da ist im Laufe der Saison keine einzige internationale Pause vorgesehen.“

Dort müsse der Hebel also angesetzt werden: eine Straffung der Champions League, eine Verkürzung der EM-Qualifikation. Forderungen, die Heuberger ebenfalls unterstützt. Ebenso solle in den olympischen Jahren auf die Austragung von WM oder EM (die ansonsten im jährlichen Wechsel stattfinden) verzichtet werde.

Föste hinterfragt ohnehin, dass EM und WM alljährlich zu Jahresbeginn ausgetragen werden. „Die Frage muss man sich stellen. Warum spielen die Bundesligen im Januar nicht?“ Denn gerade in einer Phase, in der die Fußball-Bundesliga pausiere, böten sich den Handballvereinen riesige Chancen, so der 52-Jährige abschließend zu der Diskussion, die Handball-Deutschland noch länger beschäftigen dürfte.

Für kommende Saison bleibt es bei 18 Mannschaften

Sollte es mit dem Wiederaufstieg klappen, kann sich der BHC aber auf jeden Fall auf eine 18er-Liga einstellen. Denn aufgrund der festgeschriebenen Auf- und Abstiegsregelungen (drei Zweitligisten steigen auf, drei Erstligisten ab), bleibt zumindest in der kommenden Spielzeit alles beim alten.

 

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