Von Lars Lenssen
mit einem Kommentar von Günter Hiege
Beim 35:31-Auswärtssieg gegen den Tabellennachbarn erzielt der Spielmacher in Hannover zwölf Treffer.
Alexander Oelze war am Samstag nicht zu halten, neun seiner zwölf Tore erzielte er aus dem Feld.
Burgdorf/Wuppertal. Alexander Oelze ballt die Fäuste, schreit den Torjubel laut heraus. Gerade hat er das 33:28 erzielt. Fünfeinhalb Minuten vor Ende fiel die Vorentscheidung in der wichtigen Auswärtspartie des Bergischen HC bei Hannover Burgdorf (Endstand: 35:31).
Wieder war es einer jener verdeckten Würfe, die der Spielmacher in Kniehöhe zwischen den gegnerischen Abwehrspielern hindurch pfefferte, und die dann kurz vor der Torlinie noch einmal aufsetzten. Hannovers Torwartdenkmal Nenad Puljezevic (38) wirkte hilflos.
Es war vor allem immer wieder Oelze, der den 115 Kilogramm-Koloss mit dieser Art von Würfen düpierte. Im Zurücklaufen richtete er noch einen Fingerzeig zu den BHC-Fans auf der Tribüne, endgültig das Zeichen: Hier geht nichts mehr schief.
Erst recht nicht, als „Ali“ zwei Minuten später den 34. Treffer nachlegte. Für Oelze war es Tor Nummer zwölf. Auch statistisch der Beweis für eine absolute Klasseleistung des 28-Jährigen.
„Das war ein super Tag heute. Ich bin einfach nur froh, dass wir gewonnen haben und dass es bei mir so gut gelaufen ist“, freute sich der Mann, der im ersten Ligaspiel des Jahres nahtlos an seine Klasseleistungen aus den Vorbereitungsspielen anknüpfen konnte.
Den Anschluss ans untere Tabellenmittelfeld geschafft
Puljezevic, Semisch (25.-30.); Johannsen (3), Repke, Jonsson (1), Hallgrimsson (6), Jurdzs (5), Buschmann, Lehnhoff (2), Rydergard, Przybecki, Svavarsson (7), Olsen(7/2).
Huhnstock, Stochl (bei einem 7m); Behr, Vitek (n.e.), Klev (4), Moen (n.e.), Nippes (5), Oelze (12/3), Weiß, Wöss (4), Böhm (1), Teppich (n.e.), Pekeler (5), Karason (4).
Strafzeiten 8 Min. : 6 Min.
Siebenmeter 5/2 – 3/3
Zuschauer 2558
Spielfilm 2:6, 6:10, 10:12, 10:15, 13:17 – 17:21, 21:25, 25:25, 27:28, 27:32, 31:35.
Mittwoch, 15. Februar, 20.15 Uhr, Uni-Halle, gegen Kiel (ausverkauft).
Es war ein ganz wichtiger Erfolg für den Aufsteiger. Tabellenplatz 15 konnten die „Löwen“ durch den Coup beim Tabellenvierzehnten zwar nicht verlassen, aber sie haben sich wieder ein wenig von Verfolger Gummersbach gelöst und jetzt Tuchfühlung zum unteren Tabellenmittelfeld. Nur noch zwei Punkte sind es etwa zu Burgdorf.
Von Beginn an waren die Gäste in Hannover die klar bessere Mannschaft und lagen ständig mit drei bis vier Treffern vorn. Im ersten Durchgang lief auch das Spiel über den Kreis und den durchsetzungsstarken Hendrik Pekeler glänzend.
In der Deckung standen die Bergischen allerdings oftmals schlecht und ließen den Niedersachsen zu viele Freiräume. Da der BHC mit Torwart Mario Huhnstock einen sehr guten Rückhalt besaß (parierte unter anderem drei von vier Siebenmetern), schien nach einer 6:2-Führung alles auf einen Start-Ziel-Sieg hinauszulaufen.
Nach zwischenzeitlichem Ausgleich stark geantwortet
Durch einen kurzen Durchhänger des BHC Mitte des zweiten Durchgangs kamen die Niedersachsen jedoch fast wie aus dem Nichts zum Ausgleich (25:25). Die Partie war plötzlich wieder offen.
Doch nachdem die Gäste ihre Konzentrationsschwäche in den Griff bekommen hatten, brachten sie den vierten Auswärtssieg souverän nach Hause. Bestnoten verdiente sich auch Kristian Nippes. Für den mit Licht und Schatten agierenden Runar Karason gekommen, glänzte „Nippi“ an seinem 24. Geburtstag mit fünf Treffern und tollen Anspielen.
Kommentar
HaDe Schmitz: Ein Trainerfuchs
Das nennt man einen Traumstart. Dabei war die Vorbereitung in der EM-Pause für den BHC alles andere als unproblematisch. Die Hodenkrebserkrankung von Jens Reinarz und der Ausfall von Spielmacher Henrik Knudsen sind nur zwei der Personalschocks, die der Aufsteiger wegstecken musste. mehr



