Thomas Ediger, Chef der Leichtathletikabteilung und Konditionstrainer wirft Kritikern Konzeptlosigkeit vor.

Thomas Ediger hier mit dem abgewanderten Tom Moosmayer.
Thomas Ediger hier mit dem abgewanderten Tom Moosmayer.

Thomas Ediger hier mit dem abgewanderten Tom Moosmayer.

ANDREAS FISCHER WUPPERTAL

Thomas Ediger hier mit dem abgewanderten Tom Moosmayer.

Wuppertal. Thomas Ediger ist derzeit in doppelter Funktion von der unsicheren Zukunft des Wuppertal SV betroffen. Einerseits hat er als Konditionstrainer einen ganz engen Draht zur ersten Fußball-Mannschaft, andererseits ist er der Leiter der Leichtathletikabteilung des Vereins. Und die machte in den vergangenen zwei Jahren, nachdem Ediger mit seinem leistungsorientierten Konzept vom PSV zum WSV gewechselt war, positiv von sich reden, unter anderem mit Teilnahmen an Deutschen Schülermeisterschaften.

„Der Verein besteht nicht nur aus Profifußball.“

Thomas Ediger

„Wir haben fast 100 Mitglieder, fast alles Jugendliche, und gerade zuletzt einen starken Zulauf gehabt“, sagt Edinger. Diese Entwicklung sieht er jetzt stark gefährdet und kritisiert in diesem Zusammenhang die Kritiker, die den nun erfolgten Rücktritt von Präsident Friedhelm Runge gefordert hatten.

„Das war doch blinder Aktionismus von Leuten, die gar nicht wissen, wie das Vereinsleben läuft. Der Verein besteht eben nicht nur aus der Profi-Fußballmannschaft, sondern auch aus Abteilungen wie Leichtathletik, Handball oder der Fußball-Jugend“, gibt Ediger zu bedenken und ist sauer. Jeder der kritisieren oder umgestalten wolle, habe die Möglichkeit gehabt, das über die Mitgliederversammlung zu tun. „Ich wage aber zu behaupten, dass von denen, die sich jetzt in den Foren zu Wort melden, keine 25 Prozent Mitglieder sind, und dass da Außenstehende dabei sind, den Verein zu zerkloppen.“

Rund 40 neue Anträge für eine Mitgliedschaft beim WSV

Jannis Hirt von der WSV-Geschäftsstelle sagte unterdessen am Freitag auf WZ-Anfrage, dass in dieser Woche rund 40 Neuaufnahmeeinträge eingegangen seien. „Leider sind meine jungen Leichtathleten nicht stimmberechtigt“, kommentiert das Thomas Ediger.

Als Runge-Jünger dürfe man ihn dabei nicht bezeichnen, aber von den Kritikern werde derzeit alles in einen Topf geworfen, so Ediger. „Dass sich hier etwas an der Abhängigkeit ändern musste, war allen klar. Aber der ebenfalls zurückgetretene Lothar Stücker war doch gerade dabei, ein Konstrukt zu finden, Profifußball und den Rest zu trennen.“

Die Leichathletikabteilung habe vom WSV zwar kein Geld bekommen, habe aber die Mitgliedsbeiträge verwenden und einen Förderverein gründen können. Den unterstützen übrigens unter anderem Jörg Wolff und Dirk Sachsenröder aus dem ehemaligen Freundeskreis des WSV, der sich vor einem Jahr wegen Friedhelm Runge aufgelöst hatte.

Derzeit, so Ediger, sei die Unsicherheit groß. „Wer kommt überhaupt noch zu uns, soll ich meinen Sportlern raten zu wechseln, damit sie ein Startrecht behalten? Was ist mit Schulprojekten?

Apropos Unsicherheit. „Wie die Jungs der ersten Mannschaft momentan mit der Situation umgehen, ist sensationell. Die geben bei jeder Einheit 120 Prozent, obwohl wir auch noch wegen des Wetters improvisieren müssen. „Welcher Fußballer trainiert schon gerne morgens um 7 Uhr, rennt Berge rauf oder macht Treppenläufe?“ Aber alle zögen ohne Murren mit.

Auf ihrem Rücken und auf dem Rücken der Vereinsjugend werde derzeit der Konflikt ausgetragen.

 

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