Von Tanja Bachmann
Beim neuen Nachbarn TSG Solingen Volleys beginnt für den Absteiger am Sonntag die „Aufbau“-Saison in der zweiten Liga.
Georg Grozer ist zuversichtlich, um seinen alten und neuen Kapitän Peter Lyck herum eine schlagkräftige Mannschaft zusammengebracht zu haben.
Wuppertal. Die Mission Wiederaufstieg beginnt. „Wir haben alles ausprobiert, was wir mussten. Jetzt kann es losgehen!“ Georg Grozer, Trainer der A!B!C Titans Bergisch Land, freut sich auf den Anpfiff in der 2. Volleyball-Bundesliga. Der ertönt für die Titans am Sonntag reizvollerweise beim neuen bergischen Nachbarn TSG Solingen Volleys (16 Uhr, Sporthalle Wittkuller Straße). Während die Mannschaft von Grozer gerade aus der ersten Liga abgestiegen ist, ist die TSG quasi aufgestiegen. Sie hat die Zweitliga-Lizenz von Bayer Leverkusen erworben und sich entsprechend verstärkt. Ironie am Rande: Leverkusen hatte den Titans einst im Tausch seine Erstliga-Lizenz überlassen.
Letzten Test gegen Rumeln klar gewonnen
Georg Grozer hatte am Mittwochabend noch einmal Gelegenheit, seine Schützlinge in einem letzten Testspiel gegen die Duisburger Mannschaft Rumelner TV, einen weiteren Liga-Konkurrenten, einzustellen. Beim 4:0 für die Wuppertaler konnten sich einige Spieler noch einmal für den Ligastart präsentieren. Dennoch hält sich Grozer bedeckt, wenn es um die Aufstellung geht.
Kapitän Peter Lyck soll die Hauptrolle im neuen Team spielen
„Wer von Anfang an auf dem Feld stehen wird, werde ich erst am Spieltag entscheiden.“ Alternativen gibt es genug, jede Position ist doppelt besetzt. Kapitän Peter Lyck soll zentrale Figur sein. „Er wird die Hauptrolle auf dem und außerhalb des Spielfeldes spielen“, so Grozer. Der Coach ist sicher, dass die Mannschaft, in der acht, meist internationale Neuzugänge stehen, auch menschlich gut zusammenpasst.
Zu den Aufstiegsfavoriten zählt Titans-Manager Thorsten Westhoff vor allem Giesen/Hildesheim, das schon heute beim USC Braunschweig die Spielzeit beginnt, aber auch den ersten Gegner Solingen. Die Solinger werden von Helmut Weissenbach trainiert und haben die ehemaligen Wuppertaler Thomas Güßgen und Raphael Möllers verpflichtet. Bei der TSG spielt auch Julius Brink, der aktuelle Beachvolleyball-Europameister und Deutscher Meister. Er wird jedoch gegen die Titans nicht dabei sein, weil er in London auf Quartierbesichtigung für die Olympischen Spiele 2012 ist. Helmut Weissenbach sagt: „Die Titans sind der Favorit auf den Titel. Wenn wir sie etwas ärgern können, wäre es für die Zuschauer schön. Allerdings muss man die Kirche im Dorf lassen. Wir sind klarer Außenseiter gegen ein Team mit einem wesentlich höheren Etat und professionellen Bedingungen.“
Die 2. Liga-Nord besteht aus 15 Teams. Verantwortlich für die Aufstockung ist die späte Rückmeldung von Vorjahresmeister TSV Giesen/Hildesheim. Bis zuletzt hatten die Verantwortlichen dort versucht, die finanziellen Voraussetzungen für die 1. Liga zu erfüllen, entschieden sich dann aber für den Verbleib im Unterhaus.
Alle Teams spielen in Hin- und Rückspielen gegeneinander. Nur der Meister steigt in die 1. Liga auf. Die Stützpunktmannschaften vom Zurich Team VCO Berlin und das Volleyball-Internat Frankfurt sind vom Auf- und Abstieg ausgeschlossen.
Mit knapp 300 000 Euro gibt Titans-Manager Thorsten Westhoff den Etat an. Kaum ein Konkurrent komme ansonsten über 50 000 Euro.
Eine Wundertüte ist die zweite Liga aber vor allem deshalb, weil dort viele ehemalige Erstliga-Akteure und Beachprofis spielen, andererseits aber auch Talente aufgebaut werden. Kiel etwa holte die Zwillinge David und Bennet Poniewaz, frischgebackene U19 Beach-Meister.



