Beim 5:3-Erfolg in einem turbulenten Spiel beim Spitzenreiter zeigen die Wuppertaler ihre Offensivqualitäten auch einmal ohne Knappmann-Tore.

Macej Zieba (r.) wurde als zweifacher Torschütze und Vorbereiter (hier nach dem 3:1) gefeiert.
Macej Zieba (r.) wurde als zweifacher Torschütze und Vorbereiter (hier nach dem 3:1) gefeiert.

Macej Zieba (r.) wurde als zweifacher Torschütze und Vorbereiter (hier nach dem 3:1) gefeiert.

Kurt Keil

Macej Zieba (r.) wurde als zweifacher Torschütze und Vorbereiter (hier nach dem 3:1) gefeiert.

Wuppertal. Was wäre, wenn die Mannschaft bereits die gesamte Saison über so gespielt hätte? Diese Frage wurde am Samstag nach dem 5:3-Erfolg des Wuppertaler SV beim Tabellenführer Sportfreunde Lotte mehrfach gestellt. Auf der Zielgeraden der Saison greift der WSV noch in den Meisterschaftskampf ein, der sich allerdings nur noch zwischen Lotte, Dortmund und Gladbach abspielt.

So blieb den 100 aus Wuppertal mitgereisten Zuschauern zumindest die Freude über eine außergewöhnliche Partie, in der der WSV – wie zuvor beim 4:2 in Kaiserslautern – seine Offensivqualitäten zeigte. Hatte dort Torjäger Christian Knappmann alle vier Treffer erzielt, war der Sieg gegen den Tabellenführer vielleicht auch deshalb noch höher zu bewerten, weil der WSV ganz ohne Knappmann-Tore auskam.

Zieba nutzt die Lücken, die Knappmann reißt

„Ich habe immer gesagt, wenn sich die Gegner auf mich konzentrieren, dann müssen andere die entstehenden Lücken nutzen“, meinte der Lange nachher ganz und gar nicht traurig. Diesmal machte das Maciej Zieba mit zwei Toren und einer Torvorlage. Wie schon in Kaiserslautern kam dem technisch versierten Dribbler dabei die Rolle als zweiter Stürmer hinter Knappmann (Zieba: „Ich nehme da einfach mehr am Spiel teil.“) zugute. Nach einem starken Beginn der Gastgeber, als die WSV-Abwehr vor allem mit dem sonst zuverlässigen Raschid El Hammouchi und Felix Haas wackelte, gerieten die Wuppertaler aber zunächst in Rückstand.

Erneut durch einen Rückstand nicht beirren lassen

Doch schon die erste konzentrierte Angriffsaktion des WSV führte über Tom Moosmayer, der bei einem Flankenlauf seine neue „Sechserrolle“ im Mittelfeld erneut klasse interpretierte, und Zieba zum Ausgleich. Und der WSV setzte nach, hatte auch etwas Glück, als eine 40-Meter-Freistoßflanke von Marcel Landers vorbei an Freund und Feind ins lange Eck segelte.

Nach der Halbzeit dann die stärkste Phase der Wuppertaler, die den Tabellenführer fast schwindlig spielten. Nach Ziebas Dribbling konnte Marc Lorenz kaum anders, als den Ball ins eigene Tor zu lenken. Beim 4:1 kurz darauf duckte sich Christian Knappmann geistesgegenwärtig unter einer Moosmayer-Flanke weg und ermöglichte dem besser postierten Zieba das Tor.

Semmler – El-Hammouchi, Haas, Flottmann, Herzenbruch - Fleßers, Moosmayer – Landers (75. Quotschalla), Zieba, Baltes (59. Schlieter) – Knappmann (87. Meier)

Buchholz – Grieneisen, Czyszczon, Zinke, Lorenz – Loose, Wingerter (71. Maddente) – Engelmann, Gataric (46. Schlösser) – Kotuljac, Zech (61. Assauer)

1:0 Wingerter (8.), 1:1 Zieba (21.), 1:2 Landers (25.), 1:3 Lorenz (49./Eigentor), 1:4 Zieba (53.), 2:4 Kotuljak (71.), 3:4 Engelmann (Foulelfmeter/74.), 3:5 Quotschalla (90.)

Gelb: Zech, Grieneisen, Lorenz, Liesenfeld – Moosmayer, Fleßers, Herzenbruch

Rot: Maddente (Nachspielzeit) – Haas (58.)

Schiedsrichter: Jonas Weickermann (Mühlheim am Main)

Zuschauer: 920

WSV – Leverkusen II, Dienstag, 17. April, 18 Uhr, Stadion am Zoo

„Klar macht es Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen“, meinte der 25-jährige Pole nachher. Zu seiner Zukunft könne er aber weiter nichts sagen. Es ist bekannt, dass der WSV mit ihm ebenso wie mit Daniel Flottmann und Marcel Landers gerne verlängern würde, das Trio das WSV-Angebot aber nicht angenommen hat und sich alle Optionen offen lässt.

Verträge: Zieba und Flottmann halten sich alle Optionen offen

Vielleicht spricht der derzeitige Anschauungsunterricht, wozu die Elf nächste Saison fähig sein könnte, ja doch noch für den WSV. So wie bei Robert Fleßers, der um ein Jahr verlängert hat. „Aber natürlich müssen wir uns auch Alternativen überlegen und uns irgendwann auch entscheiden“, sagte Sportvorstand Dietmar Grabotin, der ebenso wie Trainer Hans-Günter Bruns vom Spiel sehr angetan war.

Das wurde nach einer roten Karte gegen Felix Haas, der im Strafraum Aleksandar Kotuljac legte, erst richtig turbulent. Zwar verschoss Unglücksrabe Marc Lorenz den Strafstoß, doch nach einem Doppelschlag der Lotter wurde die Partie doch noch einmal spannend.

Dass eine verrückte Aktion eines Lotter Auswechselspielers, der sich hinter dem Tor warmlief, den Schlusspunkt ermöglichte, passte zu dem „Wahnsinnsspiel“, wie Bruns nachher sagte. Fabian Liesenfeld schubste den Ball, der ins Toraus gegangen wäre, voreilig zurück und betrat dabei das Spielfeld. Klare Regel: Gelbe Karte Liesenfeld, Freistoß WSV fünf Meter vor der Torauslinie. Den ballerte der eingewechselte Marco Quotschalla unter die Latte und zeigte, welch weitere Offensivqualität der WSV haben kann.

 

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