Zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan gab es am Sonntag deutliche Worte – auch mit Blick auf rechtsradikale Übergriffe.

Fastenbrechen: In der Gesamtschule Barmen wurde das Ende des Ramadans gefeiert.
Fastenbrechen: In der Gesamtschule Barmen wurde das Ende des Ramadans gefeiert.

Fastenbrechen: In der Gesamtschule Barmen wurde das Ende des Ramadans gefeiert.

Andreas Fischer

Fastenbrechen: In der Gesamtschule Barmen wurde das Ende des Ramadans gefeiert.

Wuppertal. Mit Id al-Fitr, dem Fest des Fastenbrechens, endete am Sonntag der islamische Fastenmonat Ramadan. Vorausgegangen war am Freitag eine feierliche Zusammenkunft von Muslimen und Vertretern der Stadt in der Aula der Gesamtschule Barmen. Was Oberbürgermeister Peter Jung bereits im Vorjahr beteuert hatte, wiederholte er am Freitag und tat es abermals in Anlehnung an den Ex-Bundespräsidenten Christian Wulf: „Der Islam gehört heute zu Wuppertal.“

Dabei fällt auf die Stadt leider ein Makel, das Jung nicht verschwieg. Erst kürzlich war in einer Studie ermittelt worden, dass der Rechtsradikalismus in Wuppertal auf einen besonders guten Nährboden trifft. Dagegen müsse man vehement eintreten. Es sei gewiss und durchaus zu begrüßen, dass in Wuppertal weitere Moscheen entstehen werden. „Wir müssen den Islam in unsere Mitte holen.“

Jung betonte außerdem, dass es nur selbstverständlich sei, wenn Muslime, die in Wuppertal gelebt haben, am Ende ihrer Tage auch in der Stadt beigesetzt werden. Es sei grotesk, wenn man ihren Leichnam mit dem Flugzeug in ein fernes Land bringe.

„Wir müssen den Islam in unsere Mitte holen.“

Oberbürgermeister Peter Jung

Als Überraschungsgast lobte Zülfiye Kaykin, NRW-Staatssekretärin für Integration, die Politik der Stadt Wuppertal im Zusammenhang mit den islamischen Mitbürgern. Ziel des Landes NRW sei es, den Dialog sehr bald an einen ähnlichen Punkt zu führen, wie ihn die Stadt Hamburg bereits erreicht hat. Dort soll die Schulfreiheit an islamischen Feiertagen vertraglich geregelt werden, wie auch Religionsunterricht und Bestattungsrituale verankert werden sollen.

Diesen Punkt hatten die Wuppertaler Vertreter der Moscheenvereine am Freitag bewusst nicht ansprechen wollen. Gleichwohl wünschen sie sich, dass drei Tage im Ramadan und vier Tage zum Opferfest Qurban als Feiertage anerkannt werden. Im Gegenzug seien sie bereit, an christlichen Feiertagen zu arbeiten, um Arbeitgeber nicht über Gebühr zu belasten.

Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders und der islamische Fastenmonat. Alle gläubigen Muslime fasten dann tagsüber. Das Fest des Fastenbrechens am Ende des Ramadans ist nach dem Opferfest der höchste islamische Feiertag.       

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