Jochen Calypso gab für die Freunde des gepflegten Party-Halbplaybacks einen furiosen Auftritt im Köhlerliesel.

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Großbild Gerhard Bartsch

In Elberfeld: Jochen Calypso (l.) und Mark Munz.

Wuppertal. Für Fans steht fest: Jochen Calypsos Konzert im Köhlerliesel war eine der zugleich schönsten und traurigsten Ereignisse der Saison. Schön, weil der Unnachahmliche auftrat. Traurig, weil dieser Auftritt als Abschiedskonzert deklariert war.

Der Mann mit der dunklen Sonnenbrille, in einen schnittigen 70er Jahre Anzug gehüllt (weiß) und unglaublichen Schuhen (weiß), von Insidern kurz und liebevoll "JC" genannt, trägt zusammen mit Duettpartner Marc Munz aka Marco Marenge gerne Lieder vor, deren Titel unter die Gürtellinie zielen. Tatsächlich herrschte im Köhlerliesel bestes Remmidemmi, kaum dass die beiden Partymacher sich sehen ließen.

Natürlich stehen Jochen Calypso und Marc Munz zu Programmbeginn nicht einfach auf der Bühne: Wie Boxer entern sie zu den Klängen von "Eye of the Tiger", interpretiert von den Calypso Girls, den Raum, posen ein bisschen und bieten dann das erste Lied dar. Das, was sie stimmlich zum Halbplayback drauf haben, Gesang zu nennen, wäre so als würde man behaupten, eine Briefmarke sei eine Tapete.

Die Fans aber stört das nicht, begeistert wird mitgeklatscht und selbstverständlich lauthals mitgegrölt. "Freunde", ruft JC, "Jetzt trinken wir erstmal einen. Auf den schönen Abend!" Die Menge jubelt. Noch mehr freudiges Gekreische bei einem stimmungsvollen Heimatsong, bei dem sich der Sänger unters Publikum mischt. Dazwischen ist schweißtreibende Bühnenarbeit zu bewundern, eine "Kower-Version" von "Tanze Samba mit mir" und Sprüche wie "jetzt wollen wir mal die Löcher aus dem Käse fliegen lassen!"

Die Menge tobt vor Begeisterung, die Stimmung ist großartig. Zwar wurde zu Konzertbeginn angekündigt, die Sause gehe bis morgens um 5Uhr - da war dann aber mangels Liedguts doch schon vorher Schluss. Schriller Jubel verabschiedete das Duo. Und vielleicht war das mit dem Abschied bloß so ernst gemeint, wie die Aussage, Jochen Calypso sei für den Gig extra aus Sumatra angereist. Dem Vernehmen nach feierte das Köhlerliesel nämlich einfach seinen Geburtstag. von

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