Von Florian Ballin
Jens Neutag, Jürgen H. Scheugenpflug und Ulrich Rasch nehmen bei ihrer „Talfahrt“ mit Blick auf 2011 kein Blatt vor den Mund.
Ulrich Rasch (links) spielte Klavier, Jens Neutag (Mitte) und Jürgen H. Scheugenpflug sorgten für zahlreiche bissige Pointen.
Wuppertal. Das Jahr ist fast vorbei – Anlass genug für die Kabarettisten Jürgen H. Scheugenpflug, Jens Neutag und Ulrich Rasch, ein Resümee der vergangenen elf Monate zu ziehen. Unter dem Titel „Talfahrt“ präsentierten sie nunmehr zum dritten Mal ihren satirischen Jahresrückblick mit einer Vorpremiere im Bürgerbahnhof Vohwinkel. Dabei bekamen sie alle ihr Fett weg: Die Politiker, Lokalprominenz, Bürger, Institutionen und auch alle Stadtteile.
Wuppertal – das Griechenland Nordrhein-Westfalens
So erklärte Scheugenpflug schwierige Themen ganz langsam: „Wir sind hier ja schließlich in Vohwinkel.“ Mit am meisten herhalten musste Barmens Citymanagerin Anna Wittmer, die Mitte des Jahres das „lebenswerte Barmen“ ausrief. Scheugenpflug: „Nur – was machen wir dann mit den Barmern?“
Und auch die richtig großen Themen wurden angepackt. Mit Bezug auf den hohen Schuldenberg merkte Neutag an: „Wuppertal ist ja das Griechenland Nordrhein-Westfalens.“ Da lag Scheugenpflugs Schlussfolgerung nahe, den Berliner Platz als „Kreta Oberbarmens“ zu bezeichnen. Und so entwickelten die beiden eine interessante Theorie zum Rettungsschirm für Griechenland. Die ganzen Gratis-Ouzos beim Griechen waren gar nicht umsonst: „Die wurden jahrelang notiert und die zahlen wir jetzt wieder zurück.“
Für die musikalische Begleitung sorgte „Rasch der Piano-Tester“ am Keyboard. Er lieferte den Hintergrund zu den zahlreichen Liedern, mit denen das Trio sein Publikum zum Lachen brachte. Vorneweg das „Bergische Heimatlied“, zu dem sich die Besucher erheben und die linke Hand ans Herz halten sollten. Zur Melodie des Merci-Werbejingles texteten sie aber: „Wir haben am Schwebebahngerüst ein blaues Licht – nur sieht man’s leider nicht.“
Gerade Neutag wagte sich dann auch an bundespolitische Themen. So zeigte er sich begeistert von Angela Merkels nunmehr sechsjähriger Kanzlerschaft: „Es hat sich in der Zeit ja einiges getan. . . wenn man die Fotos von damals und heute vergleicht.“ Und auch für die FDP hatte er gute Nachrichten. Diese seien nun wieder die zweitstärkste Partei, „in der Abteilung Sonstiges.“ Ob beim Sport mit einer Trauerrede für den WSV oder bei der Kultur mit der einst geplanten Orchesterfusion, die Wuppertal in 25 000 Jahren schuldenfrei gemacht hätte – das Publikum war begeistert und lachte sich herzhaft im Schnelldurchlauf durch 2011.
Ihren satirischen Jahresrückblick zeigen Scheugenpflug, Neutag und Rasch noch an den folgenden Tagen, jeweils 20 Uhr: 5. Dezember Alte Schmiede, 6. Dezember Pauluskirche, 8. Dezember Färberei, 9. Dezember Reformierte Gemeinde Ronsdorf, 10. Dezember Brauhaus Barmen. Karten gibt es unter Telefon 75 55 44 oder unter
www.wuppertal-live.de





