Verschneite Premiere mit den „Drei Fragezeichen“.

Vollplaybacktheater
Großbild Uwe Schinkel

Hallo Mr. Prentice: Hier begrüßt Christoph Landwehr (links) als von Spuk-Erscheinungen geplagter Auftraggeber die drei Junior-Detektive Peter Shaw (alias SupaKnut), Justus Jonas (mit Bäuchlein: Doktor Thomas) und Bob Andrews (Britta Lemon). Auch David J. Becher und Sven Blievernicht zogen auf der Bühne alle Register.

Wuppertal. Sie haben ihn endlich von der Leine gelassen – und so wie es aussieht, wird er nun eine ganze Zeit lang quer durch die Republik streunen: Um den „Karpatenhund“ dreht sich nicht nur die gleichnamige Hörspielfolge mit den „Drei Fragezeichen“, sondern auch das neue Bühnenstück des Wuppertaler Vollplaybacktheaters. Zum Start der Deutschland-Tour erlebte es im Festsaal der Rudolf-Steiner-Schule am Donnerstag seine Premiere.

Selbst aus Oberhausen stapften die Fans in den schmucken Festsaal

Und auch am Freitagabend stapften die Fans der wohl schrägsten Wuppertaler Theatertruppe rauf zur Schule am Kothener Busch – eine eingeschworene Schicksalsgemeinschaft bei Schnee und Eis. Und das in einem Winter, wie ihn viele – mittlerweile erwachsene – „Cassettenkinder“ noch aus ihrer Kindheit in den 70er und 80er Jahren in Erinnerung haben. Beinhart: Im Barmer Schneegestöber wurden selbst Fans aus Oberhausen gesichtet.

Zwischen Parodie und Hommage: Humor mit Stummfilm-Charme

Damit lag der schmucke Festsaal an der Schluchtstraße – als würdiger Ersatz nach der Rex-Schließung – zwei Abende lang mitten in den Karpaten: Das Vollplaybacktheater revanchierte sich bei seinen treuesten Fans mit einer „Drei Fragezeichen“-Show, die ihren Vorgängern in nichts nachsteht und sich zielsicher auf dem schmalen Grat zwischen Parodie und Hommage bewegt, ohne in glatten Zeiten wie diesen auszurutschen: Während deutsche Comedy immer häufiger in Klamauk und Belanglosigkeiten ausartet, versteht es das Vollplaybacktheater besser denn je, sein Publikum nicht nur mit Schenkelklopfern zum Lachen zu bringen, sondern auch mit Nostalgie und Charme: Selbst Filmszenen aus „Rocky“ und „Findet Nemo“ wurden in das Hörspiel rund um den „Karpatenhund“ montiert – und dessen Vorgeschichte gibt es auch noch als schräge Projektion im Stummfilm-Stil.

Gelungener Auftakt der Deutschland-Tour

Der Schluss-Applaus spricht auch nach diesen Ermittlungen Bände und dürfte seinen Teil dazu beitragen, dass die Fangemeinde bei der großen Deutschland-Tour ab Januar beharrlich wächst: Der Winter hat eben auch seine schönen Seiten – in Wuppertal wie in den Karpaten.

Der „Karpatenhund“ ist die dritte Folge der Hörspiel-Serie mit den „Drei Fragezeichen“, dreht sich um ein gestohlenes Kunstwerk aus Kristall und genießt unter Fans Kultstatus.

Das Wuppertaler Vollplaybacktheater (VPT) hat sich darauf spezialisiert, Hörspiele neu zu inszenieren: Während auf der Bühne die Stimmen vom Band als Playback eingespielt werden, schlüpfen die Schauspieler in etliche Rollen – und reichern die Folge mit Zitaten aus anderen Hörspielen oder auch Kinofilmen an. Hinzu kommen Filme und Bilder via Projektor – etwa, um Kulissen zu ergänzen oder Szenen fortzusetzen: So gleicht jedes Bühnenstück einer wilden Montage, bei der jeder Einsatz auf die Sekunde genau stimmen muss.

Das VPT reist mit dem „Karpatenhund“ durch Deutschland. Zusatztermine in Wuppertal: 11. und 12. April 2011 um 20 Uhr im Forum Maximum im Barmer Bahnhof.

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