Der begeisterte Läufer hat 14 Strecken mit einer Gesamt-Länge von 500 Kilometern abgemessen und im Internet veröffentlicht.

Wuppertal. Sobald die Sonne scheint, sind sie unterwegs: Läufer. Ob in Gruppen oder allein, mit Pulsmesser oder Navigationsgeräten: Besonders ab dem Frühjahr tauschen viele das Laufband im Fitnessstudio gegen die zahlreichen Laufstrecken in der Natur. Aber wo findet man in Wuppertal seine optimale Strecke, die auf den eigenen Trainingszustand abgestimmt ist?

„Danach ist man ein anderer Mensch und ein Stück zufriedener.“

Götz Feuerstein über das Laufen

Götz Feuerstein weiß Rat. Vor 38 Jahren hat er zum ersten Mal die Laufschuhe geschnürt und ist losgetrabt. „Mir ging es körperlich und psychisch nicht besonders gut. Mein damaliger Arzt meinte, nachdem ich schon zig Sachen erfolglos ausprobiert hatte: ,Jung’, du motts loopen.‘“ Laufen als Medizin – aber zuerst musste der eigene Schweinehund überwunden werden. „Ich war willensschwach, nicht sportbegeistert. Ich hatte das Gefühl ich muss mir das selbst beweisen, damit ich mir keine Niederlage eingestehen muss.“

Und so beginnt die Geschichte des leidenschaftlichen Läufers, der viele Laufstrecken in Wuppertal auf seiner Webseite „Götzies Trampelpfade“ beschrieben. „Ich wollte früher alles genau haben.“ Dazu gehörte auch die genau Länge seiner täglichen Laufrunde. „Ich habe mit dem Fahrrad die Strecke abgemessen.“

Mit einer Eigenkonstruktion aus einem Kontaktpunkt in den Speichen und einer Übertragung auf einen Taschenrechner zählte der heute 74-Jährige die Umdrehungen seines Vorderrades. Auf der 100-Meter-Laufbahn des Sportplatzes an der Oberbergischen Straße konnte er seine Mess-Konstruktion eichen: „Die gezählten Umdrehungen auf der 100-Meter-Bahn sind mein Richtwert.“

Ideal für Anfänger: Sportplätze – oder die Sambatrasse

Ob in der Gelpe, um die Ronsdorfer Talsperre, den Beyenburger Stausee, am Kothen oder die Korkenziehertrasse – er hat alle Strecken aufgemessen. „Irgendwann hatte ich Blut geleckt und musste immer neue Strecken erkunden“, sagt der Läufer. Natürlich hat er diese auch in sein eigenes Training mit aufgenommen.

Götz Feuerstein empfiehlt allen Anfängern, die Trimm-Trab-Broschüre durchzulesen. „Die ist zwar etwas älter, gibt aber super Tipps, wie man richtig läuft.“ Auf seiner Internetseite kann man diese unter „Diverse Tipps“ finden.

Auch für Profis hat Feuerstein einige Tipps auf seiner Internetseite. Viele der vorgestellten Laufstrecken sind auch eher fortgeschrittenen Läufern zu empfehlen. Ein Beispiel ist der Cross- und Waldlauf.

Früher hat Götz Feuerstein seine gemessenen Strecken auf Din A4-Seiten in seinem Auto ausgehangen. Seit 2002 betreibt er seine Internetseite „Götzis Trampelpfade“, die zu den zahlreiche Laufstrecken auch noch einige Tipps liefert.

„Anfängern empfehle ich aber, auf Sportplätzen zu beginnen. Die Sambatrasse ist allerdings auch eine geeignete Strecke.“ Ein weiterer Tipp für Neulinge: „Man soll alleine anfangen und nicht in Lauftreffs. Langsamere Kandidaten sind oft frustriert, wenn sie nicht mithalten können.“ Falscher Ehrgeiz lege vielen Läufern zu Beginn Steine in den Weg: „Ich habe es selbst an mir gemerkt. Ich wollte immer schneller sein und irgendwann ging es nicht mehr.“

Frustration war vorprogrammiert. „Ich musste mich davon befreien, seitdem laufe ich viel entspannter.“ Götz Feuerstein rät jedem Läufer, ob Anfänger oder Profi, auf seinen Körper zu hören: „Es ist nicht peinlich, Laufpausen einzulegen.“ Und der innere Schweinehund? „Hauptsache, man ist konsequent und zwingt sich regelmäßig laufen zu gehen.“ Und dafür wird man belohnt: „Danach ist man ein anderer Mensch und ein Stück zufriedener.“

 

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