Sieben Meter im freien Flug: Die erste Wuppertaler Tannenbaum-Weitwurf-Meisterschaft in der Mirke hatte durchaus ihren Reiz.

Karl-Heinz Werth macht sich mit einem kleinen Baum warm – später flogen die großen Brocken.
Karl-Heinz Werth macht sich mit einem kleinen Baum warm – später flogen die großen Brocken.

Karl-Heinz Werth macht sich mit einem kleinen Baum warm – später flogen die großen Brocken.

Andreas Fischer

Karl-Heinz Werth macht sich mit einem kleinen Baum warm – später flogen die großen Brocken.

Mirke. Harald Auer streift die Handschuhe über die kalten Hände, greift nach einem fast drei Meter hohen Tannenbaum, holt Schwung und schleudert das nadelnde Wurfmaterial beidarmig über die Schultern: „Wow, über sieben Meter“, staunt Heiner Mokroß, Vorsitzender des Fördervereins Pro Mirke, der mit der Hilfe eines Laser-Scanners die Entfernung misst.

Damit schafft es Harald Auer auf den ersten Platz in der „Wilde-Kerle“-Ranking List. So am gestrigen Sonntagmittag – bei der ersten Mirker Tannenbaum-Weitwurf-Meisterschaft auf der historischen Freibad-Terrasse.

Ob Frauenpower, die wilden Kerle oder Kinder: In drei Kategorien konnte erstmalig mit Tannenbäumen in unterschiedlichen Größen geworfen werden. Dabei flogen die Edeltannen aus Ronsdorf nicht wie gewohnt aus dem heimischen Wohnzimmer, sondern direkt in das Freibad Mirke, wo die als Wurfgeschosse nach schottischem Vorbild umfunktioniert wurden.

In den nordischen Ländern hat der Tannenbaum-Weitwurf Tradition

„Die Tradition des Tannenbaum-Weitwurfs kommt aus den nordischen Ländern. Ich selbst habe das mal in Holland erlebt. Da dachte ich, dass wir sowas auch mal bei uns veranstalten könnten“, so der Verantwortliche für das Spektakel, Heiner Mokroß. „Langsam verlieren die Bäume ihre Federn“, scherzte Niklas Stratenschulte (14), der unter den Kleinsten einen ordentlichen Wurf mit über sechs Metern hinlegte. Aber auch der achtjährige Toprak Erdem bekam von den fliegenden Tannenbäumen nicht genug und nahm es nach ersten erfolgreichen Versuchen gleich mit einem Baumriesen auf, den er nur schwer in die Luft bekam.

„Wichtig ist, dass man den Schwerpunkt des Baums nach vorne verlagert, damit die Tanne besser fliegt“, sagte Mokroß und erklärte: „Über die richtige Technik sind wir uns allerdings noch nicht einig. Das hat viel mit Übung zu tun.“ So soll auch im kommenden Jahr die Tannenbaum-Weitwurf-Meisterschaft fortgesetzt werden.

Ursprünglich ist das Baumstammwerfen eine traditionelle schottische Sportart, die bereits seit Jahrhunderten betrieben wird. Der Werfer hält den Baumstamm senkrecht vor sich, nimmt Anlauf und schleudert ihn von sich. Bis zu sechs Meter sind die Stämme üblicherweise lang und wiegen zwischen 35 und 60 Kilogramm.

Konzert am 4. Februar mit der Band Soul Cookin’. Ab Mai startet das Programm Pools im Pool (befüllte Planschbecken im Freibadbecken).

„Wir dürfen das Freibad auch in den Wintermonaten nicht vergessen“, lautet der Gedanke hinter der ungewöhnlichen Wurf-Aktion.

Unter den Frauen konnte Gerti Altreuther überzeugen. Anstelle von einer Startgebühr konnte zugunsten des Fördervereins gespendet werden.

 

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