Der Steilwall an der 20-Millionen-Euro-Brückenbaustelle hält den Lärm von direkten Anliegern fern. Er trägt ihn aber den Berg hinauf.

Die Autobahn im Hintergrund: Am WZ-Mobil trafen sich die Anwohner des Hammesbergs.
Die Autobahn im Hintergrund: Am WZ-Mobil trafen sich die Anwohner des Hammesbergs.

Die Autobahn im Hintergrund: Am WZ-Mobil trafen sich die Anwohner des Hammesbergs.

Lebt seit Jahrzehnten mit Lärm am Hammesberger Weg: Hans-Joachim Aschoff hat von seinem Balkon aus Blick auf den Lärmschutz der A 1.

Uwe Schinkel, Bild 1 von 2

Die Autobahn im Hintergrund: Am WZ-Mobil trafen sich die Anwohner des Hammesbergs.

Hammesberg. Gut 20 Millionen Euro die neue Wupper-Talbrücke mit ihrem Steilwall im Osten der Stadt gekostet. Er soll vor allem die Bewohner am Hammesberg vor dem Lärm von der A1 schützen. Dort warten die Anwohner bereits seit Jahrzehnten auf eine Lösung. Nun ist der Lärmschutz fast fertiggestellt – doch mit dem Ergebnis sind nicht alle Anwohner zufrieden.

Vorschlag: Ein Tempolimit zumindest in den Nachtstunden

„Es ist ein wenig ruhiger geworden, aber der Schutzwall hat nicht so viel gebracht, wie wir gehofft hatten“, sagt Marcus Kinnigkeit. „Enttäuschend“, fällt das Urteil von Hans-Günter Breidohr aus. „Auf der Straße vor den Häusern ist es immer noch viel leiser. Wir hatten gehofft, dass der Wall den Lärm mindestens so gut abhält wie die Häuser.“ Dank spezieller Fenster mit Doppelverglasung – die Kosten dafür hat bei den meisten Anwohnern das Land Nordrhein-Westfalen übernommen – sei es aber bei geschlossenen Fenstern und Türen leise.

„Bei offenem Fenster schlafen, das geht aber gar nicht“, sagen Hildegard und Reinhard Stewner, die an der Konradswüste wohnen. Während der Bauphase sei die Lärmbelästigung geringer gewesen, „aber nur, weil auch langsamer gefahren werden musste“. Deshalb schlagen die Stewners wie andere Anwohner auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Teilstück der A 1 vor. „Zumindest in den Nachtstunden.“ Zufrieden mit dem neuen Lärmschutzwall sind hingegen Günter Heitzenröther und Kurt Petig: „Wenn das letzte Stück an der Brücke geschlossen ist, höre ich gar nichts mehr“, ist sich Petig sicher. Heitzenröther gibt ihm Recht: „Ich bin direkter Anlieger an der Brücke. Auch für mich bedeutet der Wall einen großen Vorteil.“ Allerdings gibt er zu bedenken: „Es ist logisch, dass der Wall den Lärm von uns abhält, aber mehr nach oben zum Berg trägt. Die Anwohner dort bekommen das jetzt ab.“

Manfred Schneider sieht das ähnlich. „Das zieht gewaltig hoch.“ Der Lärm werde ja nicht weniger, „er wird nur anders verteilt“, haben auch Dietmar und Cornelia Jung die Erfahrung gemacht. „Ich hoffe, dass die Wände zumindest noch begrünt werden“, sagt Heinz Overath.

Wunsch der Anwohner: Lärmschutz soll endlich fertig werden

„Man muss abwarten, bis das letzte Stück auch zugemacht ist“, sagt Kurt Schlenker. Auch er bestätigt, dass der Lärm nach oben wegzieht. „Für uns ist die Lenneper Straße lauter als die Autobahn.“ Viele würden meckern, „aber keiner lobt, wie schnell und sauber an der Brücke gearbeitet wurde“, gibt Schlenker zu bedenken. Das sehen allerdings nicht alle WZ-Mobil-Besucher so. „Bei der Brücke waren sie zwar zügig, aber man hat das Gefühl, dass sich jetzt gar nichts mehr tut“, sagt Gert Hackenberg.

„Natürlich ist die Mauer im Garten nicht schön. Aber wir sind trotzdem froh, dass sie jetzt da ist, weil es etwas ruhiger ist. Mit ein paar Bäumchen wird irgendwann auch die Optik akzeptabel.“
Marcus Kinnigkeit

„Nur im Winter, wenn Schnee liegt, ist es hier ruhig. Der Lärmschutz hat bisher wenig gebracht. Besonders laut sind vor allem die Motorräder, die über die Autobahn rasen.“
Monika Falkenberg

Ein anderes Problem bleibt für die Bewohner am Hammesberg aber bestehen: der Lärm durch das benachbarte Hammerwerk. „Das Hammerwerk ist unser größtes Problem“, sagt zum Beispiel Beatrix Meinecke. „Das geht jeden Morgen – mit Ausnahme des Sonntags – um sechs Uhr los. An Schlafen ist dann nicht mehr zu denken“, stimmt Hans-Günter Breidohr zu. Auch Katharina Klein ärgert sich über die Lärmbelästigung.

Seit vielen Jahren beschäftigt sich auch Hans-Joachim Aschoff als Anwohner mit dem Lärm rund um den Hammesberger Weg, den der Ingenieur als einen „Schallknotenpunkt“ bezeichnet (siehe Info-Kasten rechts). „Es ist immer noch zu laut“, sagt der 73 Jahre alte Wuppertaler mit Blick zur Autobahn. Auch der Einbau von Lärmschutzfenstern in Kombination mit Lüftungsgeräten als Alternative komme nicht in Frage: „Das bringt automatisch mehr Staub ins Haus.“ Mit genau dem bekam er es auch beim Neubau der Brücke zu tun.

Und: Der Industrie- und Verkehrslärm aus der Nachbarschaft mache auf Dauer krank. „Das kann man so nicht hinnehmen.“

 

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