Von Manfred Görgens
Durch die Unterstützung des Ehemaligenvereins wurde es möglich, die Sternwarte des Gymnasiums Bayreuther Straße zu reaktivieren.
50 Besucher kamen zur Wiederrröffnung der Sternwarte. Da es am Firmament leider nicht viel zu sehen gab, wurde das Teleskop auf ein Wohnzimmer gerichtet, um die Leistungsfähigkeit zu demonstrieren.
Elberfeld. Ein Hauch Feuerzangenbowle schwebte in der Aula des Gymnasiums Bayreuther Straße, als dort am Donnerstag auf einen wiedererweckten Schatz der Schule angestoßen wurde. „Liebe Lehrer, liebe Schöler“, so hätte es im Tenor jenes bekannten Films lauten können, „für unsere Penne sind die Sterne näher gerückt.“
Das wäre wörtlich zu verstehen, denn nach über zwei Jahren Schweißarbeit und Feinjustierung ist die Sternwarte auf dem Dach der Schule wieder funktionstüchtig. Eingerichtet wurde sie im September 1969 unter Mithilfe der Bundeswehr, eingemottet sang- und klanglos im Jahre 2001, als kaum noch ein Schüler wusste, was es mit der Kuppel auf dem Dach auf sich hatte.
Eingemottet, weil die Finanzen versiegten
Finanzmangel war einst der Grund, dass keine Lehrkräfte mehr zur Verfügung standen, die eine astronomische Arbeitsgemeinschaft hätten betreuen können. Die drei wertvollen Teleskope wurden in der hintersten Kellerecke eingelagert, zwar sicher vor Beschädigung, aber dem Staub der Jahre ausgesetzt.
Für den Ehemaligen-Verein ExGymBay und Schulleiter Detlef Appenzeller war es Ehrensache, über eine Reaktivierung der Sternwarte nachzudenken. Nachdem bei einer Begehung festgestellt worden war, dass die Drehkuppel und ihre Motoren durchaus noch funktionstüchtig sind, wurde aus dem vagen Vorhaben im März 2009 ein Beschluss. Der Verein stellte als Startfinanzierung 2500 Euro zur Verfügung, das Gebäudemanagement der Stadt sagte seine Unterstützung bei dem zwei Jahre dauernden Unternehmen zu.
Nun war am Donnerstag bei der Wiedereröffnung leider kein Blick zum Mond möglich. Knapp 50 Gäste mussten sich vielmehr mit dem Anblick eines weißen Stecknadelkopfes am finsteren Firmament begnügen. Um halbwegs zu verdeutlichen, welche Leistung das Teleskop mit seinen zwei Metern Brennweite erbringt, richtete Christian Heinicke, Fachlehrer für Physik und Mathematik, das schwere Gerät auf ein Wuppertaler Wohnzimmer. Zu erspähen war, als sei es zugleich eine Zeitreise, ein noch geschmückter Tannenbaum.
Die Sternwarte wird auch dazu dienen, den naturwissenschaftlichen Schwerpunkt des Gymnasiums zu stärken. Dabei soll Astronomie in den Unterricht eingebunden werden.
Mitglieder bei den Ehemaligen zahlen jährlich 25 Euro.
Nun warte man noch auf eine umgerüstete Fotokamera, sagte Heinicke und rieb sich in Vorfreude auf Wuppertaler Sternbilder die Hände. Die letzten Arbeiten sind ohnehin nicht erledigt, doch sehr bald wird es möglich sein, im Physiksaal per Beamer das nächtliche Geschehen über der Stadt zu präsentieren.



